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Tourismus in Dresden: OB rechnet mit minus drei Prozent

Stadtrat Tourismus in Dresden: OB rechnet mit minus drei Prozent

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat an den Stadtrat appelliert, alles zu tun, um den Tourismus in der Stadt anzukurbeln. Dresden habe 2015 drei Prozent Besucher verloren, erklärte der OB.

Dirk Hilbert

Quelle: Archiv/ dpa

Dresden. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat an den Stadtrat appelliert, alles zu tun, um den Tourismus in der Stadt anzukurbeln. Dresden habe 2015 drei Prozent Besucher verloren, erklärte der OB. Er rechne damit, dass die Stadt im Vergleich zum Vorjahr erneut drei Prozent weniger Übernachtungen in der Jahresbilanz 2016 stehen habe.

„Mir geht es nicht um die Gewinne von Hotelketten“, erklärte der OB. 2008 hätten noch 43 000 Menschen in den Branchen gearbeitet, die sich mit Tourismus befassen. Jetzt seien es 50 000 Arbeitsplätze. Das sei ein Fünftel der Beschäftigten in Dresden. „Es sind die gleichen Familien, für die Sie eine Woba gründen wollen“, erklärte Hilbert. Der OB warb dafür, 300 000 Euro für die Austragung des Ski-Weltcups im Jahr 2018 bereitzustellen. „Wir erreichen damit wichtige Märkte wie Österreich und die Schweiz und haben die Möglichkeit, positive Bilder aus Dresden zu senden.

Linke-Fraktionsvorsitzender André Schollbach bezeichnete Dresden ironisch als „Wintersporthochburg“ und den Ski-Weltcup als „Schnapsidee“. Die sportpolitischen Sprecher/innen der anderen Fraktionen sahen es differenzierter, Torsten Schulze (Die Grünen) und Thomas Blümel (SPD) mahnten aber ein Konzept an, das vor einer Entscheidung über die städtischen Mittel vorliegen müsse. Laut Schulze müsse auch geklärt sein, dass die Mittel nicht zulasten des Sport-Etats gehen. Laut Sportbürgermeister Peter Lames (SPD) handelt es sich um zusätzliche Mittel. Er halte das Projekt für sinnvoll, bekannte Lames.

Der Stadtrat beschloss mit den Stimmen der rot-grün-roten Mehrheit, dass die Verwaltung bis Ende Januar 2017 eine Vorlage erarbeitet, in der die finanziellen und wirtschaftlichen Folgen sowie die Auswirkungen auf die Umwelt darzustellen sind. Torsten Püschel, Mitinitiator der Bemühungen um den Ski-Weltcup, erklärte auf Anfrage der DNN, er sei etwas überrascht von dem Beschluss. „Wir haben das Projekt allen Fraktionen vorstellt.“ Der Moderator kündigte seine Bereitschaft an, das Konzept und alle Zahlen offenzulegen. „Wir werden auch anbieten, in die Ausschüsse zu kommen.“ Den Zeitplan der Initiatoren bringe der Beschluss nicht ins Wanken. „Der Deutsche Skiverband will Anfang nächsten Jahres Bescheid wissen. Da geraten wir nicht in Not“, so Püschel.

Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes Sachsen wurden in Dresden im Oktober 5,2 Prozent Übernachtungen mehr als im Oktober 2015 registriert. Das dürfte zu einem großen Teil mit den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit zu erklären sein. Das würde für Januar bis Oktober ein minus von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ergeben.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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