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Lokales Thüga vergoldet ihre Drewag-Anteile
Dresden Lokales Thüga vergoldet ihre Drewag-Anteile
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15:54 03.04.2018
Die Thüga kann zu einem Zehntel an den Rädern der Drewag drehen. Quelle: Uwe Hofmann
Dresden

 7,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr, 6,8 Millionen Euro im Jahr 2016 und 7,8 Millionen Euro im Jahr 2015 – die Thüga AG hat in den vergangenen drei Jahren 22 Millionen Euro als Ausschüttung von den Drewag – Stadtwerke Dresden GmbH erhalten. Dabei handelt es sich um Gewinnausschüttungen: Die Thüga hält zehn Prozent der Drewag-Anteile.

2009 hatte der Stadtrat den Rückkauf der Drewag-Anteile beschlossen, die sich damals nicht in städtischer Hand befunden hatten. Die Geso hielt 35 Prozent der Anteile und die Thüga zehn Prozent. Während die Geso-Anteile wie beschlossen an die Stadt gingen, erhielt die Thüga 2013 die Zusicherung, dass sie ihre Drewag-Anteile mindestens fünf weitere Jahre behalten darf. Dafür zahlte die Thüga zehn Millionen Euro an die Stadtkasse. Ein verschmerzbarer Verlust angesichts der opulenten jährlichen Ausschüttungen.

Die Thüga ist als Beteiligungs- und Fachberatungsgesellschaft an rund 100 Unternehmen der kommunalen Energie- und Wasserwirtschaft beteiligt. 2013 hatte die Drewag-Geschäftsführung den Ertragswert des zehnprozentigen Anteils auf 70 bis 100 Millionen Euro geschätzt.

„Für die Thüga ist der zehnprozentige Anteil ein sehr positives Geschäft“, erklärte André Schollbach, Fraktionsvorsitzender der Linken im Stadtrat, auf Anfrage der DNN. Schollbach fragt jedes Jahr die Höhe der Ausschüttung an die Thüga ab. „Die Stadt ist gut beraten, eine Rekommunalisierung der Anteile in den Blick zu nehmen“, findet der Fraktionsvorsitzende.

Die Linken würden generell für Rekommunalisierung stehen, so Schollbach. „Drewag und Enso sind eine Erfolgsgeschichte für die Landeshauptstadt.“ Mit den Gewinnen der beiden Versorgungsunternehmen würden die Dresdner Verkehrsbetriebe und die städtischen Bäder subventioniert. „Diese Gelder müssen nicht aus dem städtischen Haushalt kommen und stehen für andere Aufgaben zur Verfügung.“ Die Linke-Fraktion werde sich mit dem Rückkauf der Thüga-Anteile befassen, kündigte Schollbach an.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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