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Terrassenufer an der Augustusbrücke wird tiefergelegt

Für die Drewag: Terrassenufer an der Augustusbrücke wird tiefergelegt

An der Dresdner Augustusbrücke gehen die Bauarbeiter jetzt immer mehr in die Tiefe. Doch das gilt nicht nur für die Brücke selbst. Auch das Terrassenufer muss abgesenkt werden. Grund ist ein Schwerlasttransport der Drewag.

Wenn ab dem 7. August die Straßenbahnen nicht mehr fahren, geht es richtig los auf der Brücke.
 

Quelle: Thomas Baumann-Hartwig

Dresden. Es hätte so schön sein können: Ab 1. November wird Bogen 1 der Augustusbrücke abgerissen. Dieser Bogen befindet sich über dem Terrassenufer. Danach könnte ein schwieriger Transport problemlos über die Bühne gehen. Die Dresdner Stadtwerke (Drewag) erweitern ihre Wärmespeicheranlage in Reick. 20 neue Druckspeicherbehälter sollen aufgestellt werden. Diese wiegen rund 100 Tonnen und benötigen für den Transport auf der Straße eine lichte Höhe von 5,40 Meter.

Kein Problem, wenn die Kolosse Ende November nach Reick gebracht werden könnten. Aber: Sie landen schon ab August im Alberthafen. Da steht der Brückenbogen noch. „Wir müssen das Terrassenufer tieferlegen“, kündigte Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhart Koettnitz an. Heißt: Der Straßenbelag unter Brückenbogen 1 wird abgebaggert. „Wir brauchen 20 Zentimeter“, so Koettnitz. Vergebens sei der Aufwand nicht. Die Fahrbahn in diesem Bereich hätte ohnehin in naher Zukunft saniert werden müssen.

Autofahrer müssen mit Sperrungen rechnen

Die Autofahrer werden sich an Sperrungen des Terrassenufers gewöhnen müssen. Wenn Bogen 1 abgerissen wird, muss die Straße ebenso gesperrt werden wie beim Aufbau der Gerüste und für andere Arbeiten. „Das wird vorwiegend an Wochenenden sein, aber manchmal auch eine Woche lang“, kündigte Koettnitz an und meinte: „Wenn Hochwasser ist, fällt das Terrassenufer auch weg.“

Bevor Bogen 1 abgerissen wird, müssen Bauarbeiter eine Behelfsbrücke errichten, auf der Fußgänger und Radfahrer vom Schlossplatz aus die Augustusbrücke erreichen können. Diese soll bis 6. Oktober fertig sein. Die Straßenbahnen fahren dann schon längst nicht mehr über die Brücke – für sie ist der 6. August der letzte Tag für lange Zeit. Ab 7. August müssen die Verkehrsbetriebe ihre Linien über andere Brücken umleiten.

Erdarbeiten auf der Brücke laufen

Auf der Brückenseite zur Carolabrücke haben die Erdarbeiten begonnen. Bauarbeiter bauen die Gehwegplatten und Sandsteine der Brüstung ab und lagern sie unter anderem direkt auf dem Schlossplatz. Alles wurde vermessen, selbst die Fugen, damit beim Einbau alles wieder an den richtigen Platz kommt, so der Amtsleiter. Die Leitungen und Rohre werden erneuert, die Brücke erhält eine neue Dichtung und Entwässerungsanlage, so dass sich in den kommenden Wintern bei strengem Frost keine Eiszapfen mehr bilden sollten.

Die Stadt musste den Beginn der Bauarbeiten verschieben, weil Vögel an der Brücke nisten wollten oder bereits Nester gebaut hatten. Von Fachleuten wurde ein Netz gespannt, das weiteren Interessenten die Motivation für den Nestbau nahm. Jungvögel wurden an die Wildvogelauffangstation in Kaditz übergeben. Sie sollen ein neues Zuhause an der Flügelwegbrücke finden.

Die zur Marienbrücke liegende Seite wird als Fuß- und Radweg genutzt. Das Brückengeländer wurde provisorisch erhöht, da sich Radfahrer und Fußgänger den fünf Meter langen Streifen teilen. „Nach der Fertigstellung kommt das wieder weg, denn die Radfahrererhalten eine Spur auf der Fahrbahn“, so Koetttnitz.

Koettniz rechnet wieder mit Autos auf der Augustusbrücke

Dass nie wieder der Kraftfahrzeugverkehr die Brücke nutzen wird, wie es ein Stadtratsbeschluss vorsieht, glaubt Koettnitz indes nicht. „Wir werden eines Tages auch die Carolabrücke sanieren müssen. Dafür benötigen wir eine Ausweichstrecke.“ Die Sanierung der Augustusbrücke kostet 24 Millionen Euro. 17 Millionen stammen aus Flutfördermitteln.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Dresden, Augustusbrücke 51.055263 13.739568
Dresden, Augustusbrücke
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