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Lokales Teile der ruinösen Malzfabrik in Dresden-Niedersedlitz werden zwangsversteigert
Dresden Lokales Teile der ruinösen Malzfabrik in Dresden-Niedersedlitz werden zwangsversteigert
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07:36 18.10.2017
Blick von der Straße des 17. Juni. Das Gebäude rechts wird zwangsversteigert.   Quelle: fs
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Dresden

 Sie steht seit 1991 leer und das sieht man den verwahrlosten Gebäuden auch an: Die imposante Malzfabrik Gebrüder Pieck in Dresden-Niedersedlitz an der Straße des 17. Juni ist ein wertvolles Industriedenkmal, befindet sich aber in desolatem Zustand. Am 5. Dezember werden zwei der Flurstücke, auf denen sich Fabrikgebäude und Anbauten befinden, am Dresdner Amtsgericht zwangsversteigert.

Zugewachsen präsentiert sich die Malzfabrik von der Reisstraße aus. Quelle: fs

Zwei Gutachten von 2016 bescheinigen den Flurstücken 209/8 und 209/6 je einen Verkehrswert von 0 Euro. Auf 209/8 direkt an der Reisstraße steht ein Teil des Fabrikgebäudes, bis zu sechs Stockwerke hoch, teilunterkellert und abbruchreif. Doch: „Wegen des bestehenden Denkmalschutzes ist die Erhaltung des Baukörpers geboten und unumgänglich“, heißt es im Gutachten. 209/6 hingegen ist ein schmaler Streifen parallel zu den Bahngleisen, auf dem sich ein ebenso abbruchreifes, aber nicht denkmalgeschütztes Hallengebäude befindet – baureifes Land also. Allerdings mindert den Wert erheblich, dass das Flurstück keine eigene Zufahrt aufweist und in Teilen zu schmal für eine Bebauung ist. Beide Flurstücke sind zudem als Altlastenverdachtsfläche ausgewiesen – zusätzliche Kosten für Bodensanierungsmaßnahmen sind nicht auszuschließen.

Gemeinsam mit zwei weiteren Flurstücken, auf denen ebenfalls Malzfabrik-Gebäude stehen und die einem Dresdner Bauunternehmen gehören, ist das gesamte Gelände laut Flächennutzungsplan als gewerbliche Baufläche ausgewiesen. Ende 2014 fanden zwar mit dem Stadtplanungsamt Gespräche über eine Nutzung als Wohnstandort mit gewerblichem Anteil statt. „Es wurde festgestellt, dass die Schaffung von Baurecht über ein Bebauungsplanverfahren aufgrund der Lage der Grundstücke in einem faktischen Gewerbegebiet und den sich daraus ergebenden Konflikten durch die heranrückende Wohnbebauung an die vorhandenen Gewerbebetriebe sowie durch die Lage an der unmittelbar angrenzenden Bahnanlage (S-Bahn Richtung Pirna, Fernverkehr Richtung Prag) und den angrenzenden Straßen mit den sich daraus ergebenden hohen Lärmbelastungen kritisch gesehen wird“, heißt es von Seiten der Stadt. Nichts desto trotz könnte eine akustische Machbarkeitsstudie klären, inwieweit eine städtebauliche Entwicklung in Richtung Wohnbebauung überhaupt möglich wäre.

Doch der Eigentümer der zwei anderen Flurstücke stellte bereits 2015 auf DNN-Anfrage klar, in den nächsten Jahren keine Sanierungsmöglichkeiten für das Industriedenkmal zu sehen. Ob sich eine Perspektive für das Gesamtensemble ergibt, wenn sich ein neuer Eigentümer für die jetzt zu versteigernden Gebäudeteile findet, bleibt fraglich.

Von Franziska Schmieder

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