Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Dutzende Taxifahrer protestieren gegen Uber und Scheuers Pläne
Dresden Lokales Dutzende Taxifahrer protestieren gegen Uber und Scheuers Pläne
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:02 11.04.2019
Mehr als 160 Fahrzeuge waren am Mittwochmorgen am Protest der Taxifahrer in Dresden beteiligt. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Stoßstange an Stoßstange und laut hupend rollten am Mittwochvormittag mehr als 160 Taxis durch Dresden. Direkt im An­schluss nach den Busfahrern waren in der Region ab 8 Uhr die Taxifahrer in den Streik getreten und machten mit einem Konvoi ge­gen Pläne für eine Liberalisierung des Fahrdienstmarktes mobil.

Die Taxis rollten von der Ammonstraße über die St. Petersburger und die Kö­nigsbrücker Straße zum Flughafen und von dort über die Hansastraße zurück zum Ausgangspunkt.

Organisator Alex Noack sprach von einer erfolgreichen Aktion. Mit ihrem Korso unterstützten die Kollegen aus Dresden und dem Um­land die bundesweiten Proteste der Taxifahrer gegen die von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) angestrebte Novellierung des Personenbeförderungsgesetztes, die den bislang extrem streng regulierten Markt auch für andere Anbieter öffnen soll – wie etwa das umstrittene Unternehmen Uber.

Taxi-Streik in Dresden: Verkehrsminister Dulig auf Seite der Taxifahrer

Die Taxifahrer fürchten eine Be­nachteiligung, sehen bisherige Standards in Gefahr und warnen vor einer Zerstörung des Marktes, die am Ende auch viele Kunden treffen könnte.

Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) stellte sich am Mittwoch demonstrativ an die Seite der Taxifahrer in Dresden. „Wenn wir über eine Liberalisierung des Marktes reden, dann müssen klare Dinge erfüllt sein, welche die bisherigen Vorschläge des Bundesverkehrsministers aber offen lassen“, sagt der Politiker.

Das Taxigewerbe sei ein wichtiges Standbein des Öffentlichen Nahverkehrs. Eine Öffnung des Marktes sei nur vertretbar, wenn der Schutz der derzeitigen Arbeitnehmerrechter sichergestellt ist, so Martin Dulig, der vor Scheinselbstständigkeiten und zugleich einer Rosinenpickerei der neuen Anbieter warnt.

Taxi-Streik in Dresden verursacht Rückstaus

Dazu müsse sichergestellt werden, dass die bisherige Beförderungspflicht für alle Anbieter auf dem Markt gelte. „Dass die ökonomisch weniger attraktiven Fahrten dann ausschließlich von den bisherigen Taxen gefahren werden müssten, in den Innenstädten aber das Geschäft mit Dumpingpreisen durch neue Anbieter erschwert wird, würde den künftigen Wettbewerb sofort verzerren“, so Dulig.

Durch den Autokorso kam es in Dresden am Mittwochvormittag an Kreuzungen kurzzeitig zu Rückstaus. Nennenswerte Behinderungen habe es aber nicht gegeben, so Polizeisprecher Stefan Grohme.

Wichtige Fahrten, etwa von Patienten, waren zuvor abgesichert worden, erklärt Alex Noack. Getroffen haben dürfte der Streik unter anderem etliche Geschäftsreisende, die ge­nau in dieser Zeit am Dresdner Flughafen gelandet waren.

Von Sebastian Kositz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit 2012 muss man von Anfang April bis Anfang November Eintritt im Pillnitzer Schlosspark zahlen. Aus Protest hat sich damals eine Bürgerinitiative gegründet. Sie möchte die Eintrittsgeldregelung rückgängig machen und will das auch bei den Kommunal- und Landtagswahlen thematisieren.

10.04.2019

Das BedTalks-Festival im Dresdner The Student Hotel sorgt am 12. April für außergewöhnliche Gesprächssituationen: In neun Zimmern werden je zwei Gesprächspartner aus unterschiedlichen Bereichen auf ein Bett platziert. Gemeinsam mit Zuschauern werden sie dann zu bestimmten Themen diskutieren.

10.04.2019

Die Gewerkschaft Verdi fordert von den Arbeitgebern mehr Lohn. Am Mittwochmorgen blieben deshalb vielerorts die Busse im Depot. In der sächsischen Landeshauptstadt fielen einige Linien komplett aus.

10.04.2019