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Lokales Tatjana Festerling muss wegen Volksverhetzung ins Gefängnis
Dresden Lokales Tatjana Festerling muss wegen Volksverhetzung ins Gefängnis
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14:31 29.03.2018
Tatjana Festerling muss ins Gefängnis. Quelle: Screenshot
Dresden

Ex-Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling muss ins Gefängnis. Die 54-Jährige hat mit Datum vom 8. März ein Schreiben der Staatsanwaltschaft Dresden erhalten, in dem sie spätestens bis 9. April zum Antritt einer 120-tägigen Haftstrafe im Chemnitzer Frauengefängnis aufgefordert wird. Festerling selbst hat das Schreiben Dienstagnacht im Internet veröffentlicht.

Die rechtsextreme Wuppertalerin hatte im Herbst 2017 einen Strafbefehl über 3000 Euro wegen Volksverhetzung und Beleidigung erhalten. Unter anderem, weil sie Ende September 2015 bei einer Pegida-Versammlung von „muslimischen Wurfmaschinen“, „muslimischen Horden“ und einem „Geburten-Djihad“ sprach. Am Neujahrstag 2017 twitterte sie zu einem Artikel über den vergeblichen Versuch afrikanischer Migranten, in Marokko in die spanische Exklave Ceuta zu gelangen: „Schießen! Draufhalten, was sonst?“

Acht Tage später wurde sie dann auf ihrer eigenen Webseite gegenüber dem Hamburger Justiz-Senator Till Steffen ausfällig. Es läge der Schluss nahe, „dass sich auch der grüne Fascho-Senator abends, nach Dienstschluss, durch den stadtpark fickt und vergewaltigt.“ Alle drei Taten brachten insgesamt 120 Tagessätze à 25 Euro ein.

Da Festerling nicht gezahlt hat, gab es nun die Aufforderung, die Ersatzfreiheitsstrafe anzutreten. Im Internet stilisiert sie sich nun zum Opfer, bezeichnet sich selbst als „Dissidentin“. „Die beiden Urteile wegen Volksverhetzung halte ich für willkürlich und rein politisch motiviert“, sagt sie in einem Youtube-Video. „Deshalb kann ich mich gar nicht so verbiegen, dass ich jetzt hier (...) eine Gefängnis-Vermeidungsgebühr zahle, um mich von der Haftstrafe freizukaufen.“ Außerdem und ganz offenbar nicht ganz unwichtig: „Abgesehen davon habe ich das Geld auch gar nicht.“

Weil Festerling für ihre Haltung aber auch nicht ins Gefängnis will, sollen nach ihrer Vorstellung nun ihre Facebookfreunde für sie die Strafe inklusive Verfahrenskosten in Höhe von 73,50 Euro. Dazu ruft sie im Internet ein. Die Begründung der gescheiterten Dresdner OB-Wahlkandidatin: „Das sind vier Monate, in denen man im Gefängnis schon mal ,suizidieren’ kann. So etwas traue ich dem deutschen Staat ohne Weiteres zu.“

Von uh

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