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Lokales Täter nach sechs Jahren für schweren Raub in Dresden verurteilt
Dresden Lokales Täter nach sechs Jahren für schweren Raub in Dresden verurteilt
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08:03 15.11.2017
Alexander K. wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Quelle: dpa
Dresden

Mitte Juni 2011 wollte Johannes K. mit Freunden in den Urlaub fahren und sich zuvor noch etwas Geld am Automaten holen. Was ihm dann passierte, hat ihn sehr lange beschäftigt und ist wohl auch heute noch nicht ganz aus seinem Kopf raus. „Ich hatte Angst, dass das noch einmal passiert, ich musste immer wieder daran denken“, erinnerte sich der 30-Jährige am Dienstag.

Als er am 11. Juni gegen 20 Uhr in der Filiale der Ostsächsischen Sparkasse am Klosterteichplatz gerade Bares abgehoben hatte, stand plötzlich ein Mann hinter ihm, fragte nach dem PIN und verpasste ihm unvermittelt einen Faustschlag ins Gesicht. Dabei fiel dem Opfer die Brille und Geldbörse runter. Während er danach suchte, nahm der Täter das Geld und die EC-Karte aus dem Automaten und fragte erneut nach dem PIN. Johannes K. wehrte sich und schlug dem Angreifer das Basecap vom Kopf. Der Täter sprühte ihm darauf hin Reizgas ins Gesicht und flüchtete mit 90 Euro und der Karte.

Zurück blieben ein völlig geschocktes Opfer und ein einsames Basecap. Letzteres führte die Ermittler, wenn auch viel später, zu Alexander K., der sich wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten musste – sechs Jahre nach der Tat.

Fast hätte der 29-Jährige Glück gehabt und wäre ungeschoren davon gekommen. Zunächst hatte die Polizei den Überfall einem anderen Mann zugeordnet, allerdings bestätigte sich dies nicht. Hätte Alexander K. die „Füße still gehalten“ wäre man vielleicht nie auf ihn gekommen. Aber er beging weitere Straftaten, wurde wegen Drogendelikten, Bedrohung und Körperverletzung zu Haftstrafen verurteilt Seine DNA kam in den Polizeicomputer und konnte 2015 den Spuren am Basecap zugeordnet werden.

Der Angeklagte – Bodybilderfigur à la Arnold Schwarzenegger, Frisur à la Yul Brynner – erzählte zwar ausführlich und selbstbewusst aus seinem Leben und versäumte es nicht, sich ins rechte Licht zu setzen, schwieg aber zu den Vorwürfen. „Mein Mandant hat damit nichts zu tun,“ erklärte sein Anwalt. Das Gericht sah das anders. „Wie soll die Kappe mit ihrer DNA an den Tatort gekommen sein“, fragte Richter Roland Wirlitsch.

Alexander K. hat jetzt offenbar die Kurve bekommen, studiert und hat sich in den letzten Jahren nichts mehr zu Schulden kommen lassen. Dies wurde ihm positiv angerechnet. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Von ml

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