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Lokales TU-Hörsaal erhält Kanzler-Name – Gebäudebenennung ist eine Dresdner Besonderheit
Dresden Lokales TU-Hörsaal erhält Kanzler-Name – Gebäudebenennung ist eine Dresdner Besonderheit
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22:26 09.09.2015
Quelle: Tanja Tröger

Unter seiner Leitung wurde die Universität vollkommen neu strukturiert. „Alfred Post hat den Aufbauprozess der TU Dresden nach 1990 vorangebracht wie kein Anderer. Vieles, was heute an der TU Dresden und der Dresdner Wissenschaftsszene erreicht ist, hat Alfred Post auf den Weg gebracht“, urteilte Achim Mehlhorn, TU-Rektor von 1994 bis 2003, im Dresdner Universitätsjournal. Post habe sich „mit Initiative, Fantasie, mit einem Feuereifer und einem einmaligen persönlichen Engagement“ für die Hochschule eingesetzt.

An der TU Dresden tragen knapp 50 Gebäude, Labore und Hörsäle den Namen von Persönlichkeiten, deren Wirken in Zusammenhang mit dem jeweiligen Gebäude steht. Weil in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zahlreiche neue Hochschulgebäude auf dem heutigen Campus errichtet wurden, erhielten etliche Häuser die Namen Dresdner Wissenschaftler, um Studenten, Mitarbeitern und Besuchern die Orientierung zu erleichtern, so Mathias Bäumler, stellvertretender Pressesprecher der TU Dresden.

Diese Benennung hat an der Dresdner Hochschule eine lange Tradition. „Die erste Gebäudebenennung war 1928 nach Gustav Anton Zeuner“, so Klaus Mauersberger, Direktor der Kustodie. Der Maschinenbauer Zeuner, der als Begründer der Technischen Themodynamik gilt, wurde 1873 als Direktor an das damalige Königlich Sächsische Polytechnikum berufen. In seiner Amtszeit wurde das Polytechnikum in den Rang einer Technischen Hochschule erhoben. Wie zahlreiche andere Klinkerbauten auf dem Campus entstand der Zeuner-Bau an der George-Bähr-Straße zwischen 1900 und 1905 nach Plänen des Dresdner Architekten Karl Weißbach.

In den folgenden Jahrzehnten erhielten Dutzende Unigebäude die Namen renommierter Dresdner Forscher und Lehrkräfte. Das Fakultätsgebäude Elektrotechnik und Informationstechnik an der Helmholtzstraße wurde 1951 nach Heinrich Barkhausen, dem „Vater der Schwachstromtechnik“, benannt. Der Drude-Bau am Zelleschen Weg erinnert seit 1953 an den Botaniker Carl Oscar Drude. Der Victor-Klemperer-Saal am Weberplatz trägt seit 1981 den Namen des jüdischen Romanisten, Germanisten und Philosophen, der lange Zeit in Dresden-Dölzschen wohnte. Allein nach 1990 wurden knapp 20 Gebäude nach verstorbenen Wissenschaftlern benannt.

Als Kriterien für die Namenswahl nannte Uni-Sprecher Bäumel die fachlichen Bezüge zum jeweiligen Institutsgebäude und die Leistung des Namensgebers für die Universität. „Hauptsächlich haben wir Namen von Naturwissenschaftlern und Ingenieuren“, sagte Mauersberger. „Die Geisteswissenschaftler haben in Dresden historisch nicht so die Rolle gespielt.“

Letztlich entscheidet der Senat der Universität über die Namensvergabe. „Es gab auch schon Fälle, in denen der Senat abgelehnt hat“, so Bäumel. So sollte das Gebäude am Weberplatz, in dem die Lehrerbildung untergebracht war, nach Richard Seyfert benannt werden. Der Lehrer gilt als Pionier der Berufspädagogik und Lehrerbildung in Deutschland und war in den 1920er Jahren Direktor des Pädagogischen Instituts der Technischen Hochschule Dresden. Warum dieser Name nicht vergeben wurde, wusste Bäumel nicht.

ttr

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