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Lokales TU-Experte: Schlimmste Borkenkäferplage seit Kriegsende in Sachsen
Dresden Lokales TU-Experte: Schlimmste Borkenkäferplage seit Kriegsende in Sachsen
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13:35 09.04.2019
Die Trockenheit des Sommers 2018 war ein Fest für Borkenkäfer, die von Fichten leben. Quelle: dpa
Dresden

Nach Stürmen und Dürre seit Herbst 2017 setzt eine extreme Borkenkäferplage Sachsens Wäldern zu. „Wir sehen die stärkste Massenvermehrung mindestens seit Ende des Zweiten Weltkrieges“, sagte der Professor für Waldschutz an der TU Dresden, Michael Müller, der Deutschen Presse-Agentur. Das Trockenjahr 2018 habe die Population beim Großen Buchdrucker, der Fichten befällt, explodieren lassen.

„Durch die Temperaturen konnte er drei statt normalerweise zwei Generationen hervorbringen.“ Statt 1000 Nachkommen pro Elternpaar seien 20 000 und mehr möglich. Laut der staatlichen Forstverwaltung summiert sich die Schadholzmenge auf fast zwei Millionen Kubikmeter. „Geschädigte Bäume müssen so schnell wie möglich aus dem Wald heraus und verarbeitet werden“, mahnt Müller.

Auch das sächsische Umweltministerium warnt vor einem überdurchschnittlich starken Schädlingsbefall in den Wäldern des Freistaats. Durch die dichte Abfolge von Sturm, Trockenheit und Nassschnee seit Ende 2017 seien in Sachsens Wäldern bereits jetzt die schlimmsten Schäden der vergangenen 30 Jahre zu verzeichnen, hieß es. Diese werden sich laut Ministerium in diesem Jahr fortsetzen.

Welchen Anteil der Borkenkäfer daran habe, hänge entscheidend von der Witterung ab. So behindere ein kaltes und nasses Frühjahr die Entwicklung des Schädlings. Eine Dürreperiode wie im heißen und trockenen Sommer 2018 könnte dagegen „Borkenkäferschäden in bislang ungeahntem Maß nach sich ziehen“.

Um dem zu begegnen, sei neben einem regionalen Krisenmanagement auch ein zentraler Krisenstab beim Staatsbetrieb Sachsenforst eingerichtet worden, erklärte das Ministerium. Langfristig sei vor allem wichtig, den begonnenen Waldumbau in stabile, arten- und strukturreiche Mischwälder zu forcieren.

dpa/epd

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