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Lokales TU Dresden will Exzellenz-Uni werden – Die Chancen stehen gut
Dresden Lokales TU Dresden will Exzellenz-Uni werden – Die Chancen stehen gut
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18:40 09.09.2015
Die Technische Universität Dresden wagt den Gipfelsturm. Demnächst könnte sie zur Elite gehören. ( Quelle: Arno Burgi)
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Dort geht es bis auf 5400 Meter hinauf, die Luft wird merklich dünner. Wenn der 58 Jahre alte Verfahrenstechniker dieser Tage über den steilen Weg der TU Dresden zur Exzellenzuniversität spricht, nutzt er gern Vergleiche aus der Bergwelt. Das letzte Bild seiner Präsentation zeigt Bergsteiger beim Gipfelsturm. „Die TU hat sich in den vergangenen 20 Jahren in die Spitzengruppe vorgearbeitet. Wir sind noch nicht ganz auf dem Gipfel. In ein paar Tagen wissen wir, ob wir es geschafft haben.“  

Bisher haben neun deutsche Universitäten den Elitestatus, fortan sollen es zwölf sein. Aus einem ostdeutschen Flächenland ist bisher keine Hochschule dabei. In der jetzigen Runde der Exzellenzinitiative des Bundes blieb von drei Startern aus dem Osten nur Dresden übrig. Leipzig und Jena schafften es nicht über das Basislager hinaus. Dresden befindet sich auf dem Weg nach ganz oben in illustrer Gesellschaft. Die Konkurrenz stammt aus Bochum, Bremen, Köln, Mainz und Tübingen. Dazu kommt die Berliner Humboldt-Uni. Es geht nicht nur um Prestige, auch um Fördergeld. Hinter den Anträgen aus Dresden - Graduiertenschule, Exzellenzcluster und Zukunftskonzept - stehen 171,8 Millionen Euro.  

Sich nicht zu bewerben, wäre ein fatales Signal gewesen, sagt der Rektor. „Damit hätten wir von vornherein gesagt: Wir wollen nicht in der Ersten Liga spielen.“ Müller-Steinhagen weiß, dass auch die TU in einem immer schärfer geführten Wettbewerb um Studenten, Professoren und Drittmittel agiert. Der Status einer Eliteuniversität steigert die nationale und internationale Reputation. „Wissenschaftliche Exzellenz ist kein Selbstzweck. Sie ist die Voraussetzung für internationale Sichtbarkeit“, betont Sachsens Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos). Diese Konkurrenzfähigkeit brauche der Freistaat, um attraktiv für kluge Köpfe zu sein.  

Momentan muss sich die Ministerin ins Zeug legen, um einen bereits beschlossenen Personalabbau an den Hochschulen abzufedern. Der eiserne Sparkurs des Landes macht auch vor den Unis nicht halt - obwohl es zuletzt eine deutliche Zunahme bei Studienanfängern gab. Müller-Steinhagen baut auf das Wort von Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU). Der habe zugesagt, dass die TU bei einer erfolgreichen Exzellenzinitiative von der derzeitigen Welle an Stellenkürzungen verschont bleibe. Das scheint das mindeste, was der Freistaat tun kann. Der Weg an die Spitze lässt sich bekanntlich nur meistern, wenn einem nicht immer wieder Beine gestellt werden.  

Hans Müller-Steinhagen, der Rektor der TU Dresden. ( Quelle: Arno Burgi)
Müller-Steinhagen kennt die Welt der Wissenschaft. Viele Jahre hat er in Neuseeland, Kanada und Großbritannien gearbeitet. Die deutschen Unis seien im internationalen Vergleich „chronisch unterfinanziert“, sagt der Rektor. Wohl auch deshalb würden derzeit bei Rankings nur vier bis fünf deutsche Unis unter den Top 100 weltweit liegen. Doch trotz der finanziellen Engpässe sieht er im Fall von Dresden einen entscheidenden Vorteil: Die hiesige TU sei in eine blühende Wissenschaftslandschaft eingebettet. Je drei große Max-Planck- und Leibniz-Institute residieren in der Elbestadt, auch Helmholtz ist präsent. Bei Fraunhofer ist Dresden bundesweit der größte Standort.  

Und auch die TU Dresden - 1828 als Technische Bildungsanstalt gegründet - kann auf eine erstaunliche Entwicklung zurückblicken. Seit der Wende ist sie „Voll-Uni“. Für den Rektor ein wesentlicher Schritt, da die Menschheitsprobleme künftig an den Schnittstellen von technik- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen gelöst würden. Nach „Nano“ und „Bio“ trage das nächste wissenschaftliche Zeitalter wohl die Vorsilbe „Sozio“. Die TU Dresden sei noch offen für Veränderungen. Auch darin sieht der Rektor ein Plus. Mit einem Ost- Bonus rechnet er nicht. „Es wird keine politische Entscheidung geben, höchstens einen Sympathie-Bonus - wenn alles andere gleich ist.“

Von Jörg Schurig, dpa

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