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TU Dresden erneuert Mobilitätsstudie SrV – 3200 Dresdner werden befragt

Verkehr TU Dresden erneuert Mobilitätsstudie SrV – 3200 Dresdner werden befragt

Dieses Wortungetüm lässt Planeraugen leuchten: System repräsentativer Verkehrsbefragungen, kurz SrV. In Kürze lässt die Technische Universität (TU) Dresden dafür bundesweit an über das ganze Jahr verteilten Stichtagen rund 183 000 Menschen in 129 Städten befragen – in Dresden allein 3200. Ihre Antworten beeinflussen sämtliche Verkehrsplanungen der Stadt.

2013 ergab die Studie einen gestärkten Umweltverband und einen in seiner Bedeutung auf 39 Prozent zurückgegangenen Autoverkehr. Mit Spannung werden die Ergebnisse der diesjährigen Befragung erwartet.

Quelle: SrV, Grafik A. Eylert

Dresden. Dieses Wortungetüm lässt Planeraugen leuchten: System repräsentativer Verkehrsbefragungen, kurz SrV. In Kürze lässt die Technische Universität (TU) Dresden dafür bundesweit an über das ganze Jahr verteilten Stichtagen rund 183 000 Menschen in 129 Städten befragen – in Dresden allein 3200. „Es ist die älteste Reihenuntersuchung in Deutschland, bei der solche Verkehrsdaten erhoben werden“, sagt Projektleiter Frank Ließke zum inzwischen elften Durchlauf seit 1972. Ihre Daten fließen in sämtliche Planungen ein, die in Dresden zu Verkehrsfragen im Großen wie auch in Details unternommen werden.

Das liegt vor allem daran, dass die Daten belastbar sind und allen Auftraggebern im Dresdner Raum, neben der Stadt sind das die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) und der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) vergleichbare Aussagen liefern. Was sie damit anstellen, ist freilich ihnen überlassen. „Grundsätzlich wollen wir eine umfassende Marktkenntnis erreichen“, sagt etwa Mirko Rüde, Leiter der Markt- und Qualitätsforschungsabteilung bei den DVB. Steigt die Anzahl der Pendler mit den DVB? Welche Altersgruppen sitzen in Bus und Bahn? Wie verändert sich der Anteil von Zeitkartenbesitzern? Solche Fragen werden mit der Studie alle fünf Jahre neu beantwortet.

„Für uns ist es auch eine Qualitätskontrolle“, sagt VVO-Sprecher Christian Schlemper. So wolle der Verbund zum Beispiel wissen, ob der dichtere S-Bahn-Takt zwischen Dresden und Meißen angenommen werde. Dafür werden im Dresdner Umland in 13 Kommunen zwischen Riesa und Pirna sowie Tharandt und Bautzen weitere 6500 Menschen befragt. Aus der Untersuchung der ganzen Region ergeben sich Vorteile auch für die Landeshauptstadt. So lassen sich Pendlerbewegungen in und aus Dresden nachvollziehen – und entsprechende Schlüsse für Einfallstraßen, Pendlerparkplätze und Bahnverbindungen ziehen.

„Für uns sind diese Daten sehr sehr wichtig, weil sie zeigen, wo wir herkommen, wo wir stehen und wie sich das Verkehrsverhalten zukünftig entwickelt“, sagt Matthias Mohaupt, Leiter der Verkehrsentwicklungsplanung im Rathaus. So basiert die Verkehrsprognose 2030 auf den Ergebnissen der 2013 gemachten Umfrage. Damals sank der Anteil der mit dem Auto zurückgelegten Wege auf 39 Prozent – so niedrig war er zuletzt 1994. Dafür waren mehr Menschen zu Fuß (27 Prozent), mit Bus und Bahn (22 Prozent) oder mit dem Fahrrad unterwegs (12 Prozent). Es handele sich um ein deutschlandweites Phänomen, sagt Projektleiter Nießke. Trotz steigender Zulassungszahlen – 2017 waren 281 230 Fahrzeuge in Dresden zugelassen, 3540 mehr als im Vorjahr – werde weniger mit dem Auto gefahren. Diese Erkenntnis wirkt sich aus – etwa indem in Radwege und Personennahverkehr investiert wird.

Weil die Befragungsphase so lange dauert, werden die Ergebnisse erst im Herbst 2019 erwartet. Veröffentlicht werden sie voraussichtlich erst im Frühjahr 2020. Das hat vor allem mit der Datenmenge zu tun, die aus den 15 bis 30 Minuten langen Haushaltsbefragungen hervorgeht. Durch Zufall ausgewählte Interviewpartner werden dabei zum Mobilitätsverhalten aller in ihrem Haushalt lebenden Menschen befragt. Dabei werden, erstmals oder nach einer Pause wieder, Fragen zur Nutzung von E-Bikes, Leihfahrrädern und Carsharing gestellt, um ein möglichst komplettes Bild zur Verkehrsnutzung zu erhalten. Besonders viel Bewegung erwarten die Forscher im Untersuchungsfeld zur Multimobilität. Damit sind Verkehrsnutzer gemeint, die sich je nach Weg ganz unterschiedlich durch Dresden bewegen, mal mit dem Auto, mal zu Fuß oder mit dem Rad.

Von Uwe Hofmann

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