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Lokales Das Heilpotenzial der Bienenstockluft
Dresden Lokales Das Heilpotenzial der Bienenstockluft
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12:01 03.05.2018
50 verschiedene Substanzen konnten die Forscher der TU Dresden bislang in der Bienenstockluft identifizieren, der heilende Kräfte zugeschrieben werden. Quelle: Franziska Kuhn
Dresden

 Ähnlich wie dem Honig und dem Bienenharz Propolis schreiben einige Menschen auch der Luft im Bienenstock heilende Wirkungen zu. Diese 35 Grad warme Luft einzuatmen, soll gegen Bronchitis und Asthma, womöglich gar gegen Migräne, Neurodermitis und Depressionen helfen. Chemiker der TU Dresden haben nun diese Bienenstockluft mit moderner Messtechnik analysiert. Dabei konnten sie über 50 verschiedene Inhaltsstoffe identifizieren, darunter relativ viel Propolis, aber nur sehr wenig Honig.

50 verschiedene Substanzen konnten die Forscher der TU Dresden bislang in der Bienenstockluft identifizieren. Quelle: Cindy Henker

Ob und wie diese Stoffe auch tatsächlich gegen allerlei Krankheiten und Allergien helfen können, sollen weiterführende Studien analysieren. Forschungsansätze sehen die Dresdner Chemiker viele: „Es ist noch ungeklärt, inwieweit die eigentliche Therapie oder die Umgebung dem Patienten gut tun“, erläutert Studienleiter Karl Speer, der an der TU Dresden die Professur für spezielle Lebensmittelchemie inne hat. „Wie viel positiven Einfluss die Ruhe und Ausgeglichenheit auf dem Land haben, wo die Therapie stattfindet, oder das ruhige Einatmen – und welchen Anteil die Inhaltsstoffe der Bienenstockluft selbst zur Therapie beisteuern, bedarf noch eingehender Untersuchungen.“

An der Studie waren neben Prof. Speer auch Kristin Recklies und Franziska Kuhn von der Chemie-Fakultät beteiligt. Das Team hatte für seine Untersuchungen mit den Imkern Tino Lorz und Lisa Becker sowie den Bienenexperten im Forstbotanischen Garten in Tharandt kooperiert. Um Fehlerquellen zu minimieren, hatten die Forscher Luftproben aus den Bienenstöcken entnommen und dabei geruchloses Teflon und Kupfer für Schläuche und Gehäuse der Messinstrumente verwendet. Diese Proben analysierten sie dann mittels einer Kombination aus Gaschromatographie und Massenspektrometrie. Dabei werden die Einzelstoffe zunächst getrennt und energetisch angeregt. Aus dem Licht, das sie dann abstrahlen, lässt sich ihre chemische Zusammensetzung ermitteln.

Zum Hintergrund: Um das Volk vor Krankheiten zu schützen, dichten die Bienen ihre Stöcke mit einem selbst hergestellten Harz ab. Dieses „Propolis“ (sinngemäß aus dem Griechischen: Vor den Toren der Stadt) kann Keime, Bakterien, Pilze und andere Krankheitserreger abtöten. Deshalb gilt „Propolis“ als ähnlich wirksam wie künstliche Antibiotika.

Von DNN

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