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Suche nach Lösung für Personalnotstände in Dresdner Kitas

Personal gesucht! Suche nach Lösung für Personalnotstände in Dresdner Kitas

Ein erster Anlauf war gescheitert: Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit sucht weiter nach eine Entlastung für das Personal in Dresdner Kindereinrichtungen. Krankheitsfälle verschärfen die ohne angespannte Personalsituation. Doch wie sich das Problem lösen lässt, darüber herrscht weiter Uneinigkeit.

Die rot-grün-rote Kooperation im Stadtrat sucht nach einer Lösung für Personalnotstände in Kindereinrichtungen.

Quelle: dpa

Dresden.  Die rot-grün-rote Kooperation im Stadtrat sucht nach einer Lösung für Personalnotstände in Kindereinrichtungen. „Wir arbeiten daran“, sagte die Grünen-Sozialpolitikerin Tina Siebeneicher gegenüber DNN. Dazu werden auch Gespräche mit dem städtischen Eigenbetrieb für die Kindertagesstätten geführt.

Zunächst schien alles klar: Mit den Haushaltsbeschlüssen für die Jahre 2017 und 2018 machte der Stadtrat den Weg frei für einen Springer-Pool mit Mitarbeitern, die bei personellen Engpässen irgendwo in der Stadt zum Einsatz kommen sollten. 25 Stellen waren angepeilt, eine Million Euro für dieses und 1,5 Millionen Euro für nächstes Jahr stehen im Etat. Doch im Mai musste die Chefin des städtischen Kita-Betriebs Sabine Bibas die Waffen strecken. Neben rechtlichen Klippen gab es ein gravierendes Problem: Die Betriebsleiterin sah keine Chance auf genügend Interessenten für die freien Stellen. Ein Springer muss heute hier und morgen dort arbeiten, ein ständiger Wechsel der Kinder, Träger und Kollegen. Erzieher sind mittlerweile aber so knapp, dass sie sich aussuchen können, wo sie arbeiten wollen.

Das Problem war damit aber nicht aus der Welt. Der Personalschlüssel in der Kinderbetreuung in Sachsen gehört bundesweit zu den schlechtesten, darauf hat kürzlich erst eine Bertelsmann-Studie aufmerksam gemacht. Experten sehen die Schuld beim Freistaat. Die hohe Zahl zu betreuender Kinder bringt die Erzieher ohnehin schon an ihre Grenzen, kommt es zu Krankheitsfällen, spitzt sich die Lage noch weiter zu. Daher wollte die Stadt nunmehr das Geld je nach Anzahl der betreuten Kinder auf die Träger der Kindereinrichtungen verteilen.

Damit sind die Sozialpolitiker in der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit aber nicht glücklich, von „Gießkannenprinzip“ ist die Rede. Ein besseres Model haben sie aber noch nicht gefunden. Ein Antrag der Grünen, vom Oberbürgermeister eine externe Studie für ein geeignetes Konzept in Auftrag geben zu lassen, wurde vom Stadtrat zurück in die Ausschüsse verwiesen.

Bei den freien Trägern nährt die Situation Sorgen. Carsten Schöne vom paritätischen Wohlfahrtsverband, die Dachorganisation mehrerer Kita-Betreiber, befürchtet eine „Ungleichbehandlung“. Das künftige Modell dürfe nicht zu Lasten der freien Träger gehen.

In der Kooperation herrscht Verständnis für die Sorgen der Träger. Tilo Kießling von den Linken will das Personalproblem jedoch zunächst genauer analysieren. Gibt es Kitas mit besonders hohem Krankenstand, warum ist das so, wie kann dem begegnet werden? Erste Informationen der Verwaltung bestätigen den naheliegenden Verdacht. In sozialen Brennpunkten wie Gorbitz oder Prohlis sieht es schlechter aus als anderswo. Mit der Gleichverteilung der Mittel sei dem nicht beizukommen. Dann wären zwar die Träger gleichbehandelt, aber den Kindern in den besonders belasteten Einrichtungen nütze das nicht viel.

Auch Tina Siebeneicher will zurück zur ursprünglichen Notfall-Idee bei den Haushaltsbeschlüssen. „Wir wollten Kitas in besonderen Notsituationen helfen.“ Dies sei sachsenweit einmalig. Mit der breiten Verteilung der Gelder jedoch könne nirgendwo etwas Richtiges angefangen werden.

Von Ingolf Pleil

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