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Lokales Studie der TU Dresden zeigt, wie Zecken Halt finden
Dresden Lokales Studie der TU Dresden zeigt, wie Zecken Halt finden
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16:01 20.06.2017
Zecken verbringen 90 Prozent ihrer Lebenszeit auf Gräsern und Sträuchern. Quelle: dpa-Zentralbild
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Dresden

Zecken hungern fast ihr gesamtes Leben. In den bis zu drei Jahren verbringen sie 90 Prozent ihrer Zeit auf Gräsern, Kräutern und Sträuchern und lauern dort auf ihre menschlichen und tierischen Opfer. Auf der Suche nach geeigneten Futterstellen müssen sie nicht nur auf Pflanzen klettern, sondern auch Haut und Haar erzwingen. Wie die Spinnentiere dabei Halt finden, zeigt eine aktuelle Studie von Dr. Dagmar Voigt vom Institut für Botanik an der Technischen Universität Dresden und Prof. Stanislav Gorb vom Zoologischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Und die wartet mit einer Überraschung auf: Die Experimente zeigen erstmals, das sowohl die gekrümmten, spitzen Krallen als auch die dazwischenliegenden Haftkissen mit dem elastischen Protein Resilin gefüllt sind. „Vorab haben wir nie Resilin in den Krallen anderer Spinnentiere und Insekten beobachtet“, sagt Dr. Voigt. Das Haftpad dient den Zecken dazu, sich sehr gut auf ebenen Oberflächen wie Haut und Glas festhalten zu können. Je nach Situation und benötigter Kraft kann es auf- und zugefaltet werden – ähnlich wie bei einer Ziehharmonika. Die Krallen ermöglichen das Verhaken mit rauen Oberflächen und Haaren.

Weibliche Zecken haben größere Klauen und Pads. Ihre männlichen Artgenossen halten sich – ausgenommen vom Paarungsakt – kaum auf Wirten auf. Deshalb sind ihre Füße auch kleiner und haften weniger. Mit einer Kraft, die mehr als das 500-fache des eigenen Körpergewichts beträgt, können sich Weibchen an glatten Oberflächen festhalten.

Doch manchen Materialien hält selbst der Gemeine Holzbock nicht stand. Dr. Voigt und Prof. Gorb konnten nachweisen, dass die Haftkraft auf Silikonabdrücken der Haut und auf mikro-rauen Kunstharzoberflächen deutlich geringer ist. „Was die Haftung angeht, sind die Zecken durch eine Kombination von weichen Kissen und scharfen Krallen fast Alleskönner, aber nur fast. Unsere Experimente zeigen ganz deutlich, wie eine zukünftige technische Oberfläche mit einer Antihaftwirkung für die Zecken aussehen kann“, erklärt Prof. Gorb. Somit würden die Spinnentiere abgewehrt, ehe sie sich an Haut und Haar festkrallen können.

Von cg

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