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Lokales Studie: Löhne steigen in Dresden schneller als die Mieten
Dresden Lokales Studie: Löhne steigen in Dresden schneller als die Mieten
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14:04 15.08.2016
   Quelle: dpa
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Dresden

 Rund 81 Quadratmeter groß ist eine Wohnung, die sich ein Dresdner für ein Viertel seines Haushaltseinkommens leisten kann. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Laut der Untersuchung steigen die Einkommen zudem stärker als die Mieten. Demnach können sich Dresdner heute zwei Quadratmeter mehr leisten als noch vor sechs Jahren.

Die Macher der Studie setzen für ihre Rechnung immer ein Viertel des Einkommens an. „25 Prozent des verfügbaren Einkommens sehen wir als vernünftiges Maß für eine Mietbelastung an“, sagt Ralph Henger, IW-Volkswirt mit dem Schwerpunkt Finanz- und Immobilienmärkte. Dafür gibt es in Dresden aktuell 81 Quadratmeter. Im Umland steigt die damit bezahlbare Wohnfläche deutlich. Im Landkreis Sächsische Schweiz sind es 94 Quadratmeter, im Landkreis Meißen 96 Quadratmeter und im Kreis Bautzen sogar 97 Quadratmeter Wohnfläche. In allen Fällen ist die Quadratmeterzahl zu 2010 gestiegen. Das heißt, die Mieten stiegen langsamer als die Einkommen.

Die Daten differenzieren aber nicht innerhalb des Landkreises. Im Dresdner „Speckgürtel“ dürften Mieter deutlich weniger Fläche bezahlen können als auf dem „flachen Land“. Die Studie erfasst pro Stadt beziehungsweise Landkreis jeweils die Durchschnittsmiete und setzt sie ins Verhältnis zum durchschnittlichen Haushaltseinkommen. Die in Dresden stark angestiegenen Preise bei Neuvermietungen werden also nur in geringem Umfang erfasst, da viele Dresdner mit alten Verträgen noch recht günstig wohnen.

Im Vergleich zu anderen Großstädten können sich die Dresdner für 25 Prozent ihres Einkommens noch relativ viel Wohnfläche leisten. Zwar sind Leipzig (82 Quadratmeter) und Chemnitz mit sogar 98 Quadratmetern noch etwas günstiger dran, dafür haben Mieter in Frankfurt, München, Hamburg oder Berlin mit rund 70 Quadratmetern deutlich weniger Platz. Ganz unten stehen in der Studie Heidelberg, Freiburg und Trier, wo ein Viertel des Einkommens nur für rund 60 Quadratmeter reicht. Bundesweiter Durchschnitt sind 94 Quadratmeter.

Das IW spricht von einem „regelrechten Nachfrageboom“ in Ballungszentren und Universitätsstädten. Nach Berlin sind seit 2010 weitere 240.000 Menschen gezogen. Auch die hohen Mieten in München haben niemanden abgeschreckt: Dorthin zogen 140.000 Menschen. Durch die höhere Nachfrage wird Wohnraum knapper, und nicht nur die Immobilienpreise, sondern auch die Mieten steigen in diesen Gebieten.

In ländlichen Gegenden gibt es den meisten Platz fürs Geld. Am meisten Wohnfläche kann sich ein Durchschnittshaushalt im bayerischen Landkreis Dingolfing-Landau oder in Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen) leisten, wo ein Viertel des Einkommens für 120 Quadratmeter reicht.

Von S. Lohse (mit dpa)

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