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Studie: Klimawandel ist für Dresden keine Hilfe im Anti-Staubkampf

Studie: Klimawandel ist für Dresden keine Hilfe im Anti-Staubkampf

Bisher gab es in Forscherkreisen teilweise die Hoffnung, die Erderwärmung könnte das Feinstaubproblem in Großstädten im Alleingang erledigen. Jetzt hat eine neue Studie diese Hoffnung zumindest für Dresden zunichte gemacht: Ohne umweltpolitische Gegenmaßnahmen wird sich die Feinstaubbelastung bis zum Jahr 2100 so gut wir gar nicht verringern, hat das "Leibniz-Institut für Troposphärenforschung" (TROPOS) ermittelt.

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Sebastian Scheinhardt.

Quelle: privat

Das TROPOS-Team will seine Fallstudie auf der internationalen Klimakonferenz "Climate Change and Regional Response" in Dresden vorstellen. Zu der Tagung werden vom 27. bis zum 29. Mai rund 180 internationale Experten im Hotel "Bellevue" erwartet. Die Teilnehmer wollen unter anderem über Klima-Simulationen, regionale Wasserhaushalte, Umweltpolitik und Stadtentwicklung mit Blick auf den Klimawandel diskutieren. Ausrichter ist das "Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung" (IÖR) Dresden im Rahmen des mehrjährigen interdisziplinären Projekts REGKLAM, das am Beispiel des Raums Dresden praktische Wirkungen und Herausforderungen des Klimawandels erforscht.

"Durch unsere Untersuchungen hat sich gezeigt, dass der Klimawandel die Luftbelastung nur geringfügig verändern wird. Daher sind geeignete Maßnahmen notwendig, um die Gesundheit der Bürger zu schützen", schätzt Sebastian Scheinhardt vom TROPOS ein. "Wie Untersuchungen unserer Kollegen aus der Physik für den Fall Leipzig gezeigt haben, kann eine Umweltzone ein geeignetes Mittel sein, um vor allem die gesundheitlich relevanten kleinen Partikel zurückzudrängen." In Frage kämen zum Beispiel aber auch bessere Filter für Kraftwerke und Privatheizungen.

Dresden hatte sich aber entschieden - anders als Leipzig, Berlin und andere Städte - auf Umweltzonen mit Verboten für alte Autos zu verzichten. Statt dessen setzt die Stadt auf einen "Luftreinhalteplan" aus vielen Einzelmaßnahmen von der Jobticket-Förderung bis hin zu Pförtnerampeln, um die Feinstaub- und Stickoxid-Belastung der Luft zu senken. Die für diese Schadstoffe geltenden Grenzwerte hatte Dresden zwar nicht immer, aber doch mehrfach in den vergangenen Jahren überschritten.

Um die langfristige "Hintergrund-Belastung" der Stadtluft mit Feinstaub zu modellieren, hatten die TROPOS-Forscher über einen längeren Zeitraum an der Winckelmannstraße hinter dem Hauptbahnhof den Feinstaubgehalt der Luft gemessen und dazu für jeden Messtag das Mikroklima, die Wetterlage, Temperatur und Spurengase in der Atmosphäre mit verzeichnet. Aus diesen und weiteren Daten erstellten sie ein Modell, wie sich die Feinstaubbelastung im Jahresmittel in dem kommenden Dekaden entwickelt, wenn es durch den Klimawandel wärmer in Dresden wird.

Demnach werden bestimmte Staubarten unter den künftig höheren Temperaturen verdampfen, andererseits wird es in den kommenden Dekaden weniger kalte Tage geben. Laut einer früheren Fraunhofer-Studie sorgen gerade solch kalten Tage mit ihren Inversionswettern dafür, dass der Feinstaub in den Straßenschluchten hochkonzentriert "einfriert". Letztlich ergab die TROPOS Rechnung, dass die mittlere Feinstaub-Jahresbelastung bis zum Jahr 2100 um maximal 16 Prozent sinken könnte. "Für einen Zeitraum von fast neun Jahrzehnten ist das nur ein marginaler Wert", betonte Scheinhardt.

@Weitere Infos: www.regklam.de/1/ccrr-2013/, www.tropos.de, www.dresden.de/luftreinhalteplan

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.05.2013

Heiko Weckbrodt

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