Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Studie: Klimawandel ist für Dresden keine Hilfe im Anti-Staubkampf
Dresden Lokales Studie: Klimawandel ist für Dresden keine Hilfe im Anti-Staubkampf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:08 09.09.2015
Sebastian Scheinhardt. Quelle: privat

Das TROPOS-Team will seine Fallstudie auf der internationalen Klimakonferenz "Climate Change and Regional Response" in Dresden vorstellen. Zu der Tagung werden vom 27. bis zum 29. Mai rund 180 internationale Experten im Hotel "Bellevue" erwartet. Die Teilnehmer wollen unter anderem über Klima-Simulationen, regionale Wasserhaushalte, Umweltpolitik und Stadtentwicklung mit Blick auf den Klimawandel diskutieren. Ausrichter ist das "Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung" (IÖR) Dresden im Rahmen des mehrjährigen interdisziplinären Projekts REGKLAM, das am Beispiel des Raums Dresden praktische Wirkungen und Herausforderungen des Klimawandels erforscht.

"Durch unsere Untersuchungen hat sich gezeigt, dass der Klimawandel die Luftbelastung nur geringfügig verändern wird. Daher sind geeignete Maßnahmen notwendig, um die Gesundheit der Bürger zu schützen", schätzt Sebastian Scheinhardt vom TROPOS ein. "Wie Untersuchungen unserer Kollegen aus der Physik für den Fall Leipzig gezeigt haben, kann eine Umweltzone ein geeignetes Mittel sein, um vor allem die gesundheitlich relevanten kleinen Partikel zurückzudrängen." In Frage kämen zum Beispiel aber auch bessere Filter für Kraftwerke und Privatheizungen.

Dresden hatte sich aber entschieden - anders als Leipzig, Berlin und andere Städte - auf Umweltzonen mit Verboten für alte Autos zu verzichten. Statt dessen setzt die Stadt auf einen "Luftreinhalteplan" aus vielen Einzelmaßnahmen von der Jobticket-Förderung bis hin zu Pförtnerampeln, um die Feinstaub- und Stickoxid-Belastung der Luft zu senken. Die für diese Schadstoffe geltenden Grenzwerte hatte Dresden zwar nicht immer, aber doch mehrfach in den vergangenen Jahren überschritten.

Um die langfristige "Hintergrund-Belastung" der Stadtluft mit Feinstaub zu modellieren, hatten die TROPOS-Forscher über einen längeren Zeitraum an der Winckelmannstraße hinter dem Hauptbahnhof den Feinstaubgehalt der Luft gemessen und dazu für jeden Messtag das Mikroklima, die Wetterlage, Temperatur und Spurengase in der Atmosphäre mit verzeichnet. Aus diesen und weiteren Daten erstellten sie ein Modell, wie sich die Feinstaubbelastung im Jahresmittel in dem kommenden Dekaden entwickelt, wenn es durch den Klimawandel wärmer in Dresden wird.

Demnach werden bestimmte Staubarten unter den künftig höheren Temperaturen verdampfen, andererseits wird es in den kommenden Dekaden weniger kalte Tage geben. Laut einer früheren Fraunhofer-Studie sorgen gerade solch kalten Tage mit ihren Inversionswettern dafür, dass der Feinstaub in den Straßenschluchten hochkonzentriert "einfriert". Letztlich ergab die TROPOS Rechnung, dass die mittlere Feinstaub-Jahresbelastung bis zum Jahr 2100 um maximal 16 Prozent sinken könnte. "Für einen Zeitraum von fast neun Jahrzehnten ist das nur ein marginaler Wert", betonte Scheinhardt.

@Weitere Infos: www.regklam.de/1/ccrr-2013/, www.tropos.de, www.dresden.de/luftreinhalteplan

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.05.2013

Heiko Weckbrodt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit einem dreiviertel Jahr läuft die Görlitzerin Cornelia Münch von Pontius zu Pilatus. Niemand will die Kosten für den Platz im Wohnheim bezahlen, den ihr Junge braucht, um die Sprachheilschule in Dresden besuchen zu können.

09.09.2015

Juni haben die Dresdner bereits zum dritten Mal die Chance, an einer Stadtratssitzung teilzunehmen. Während der Einwohnerfragestunde können Fragen zur aktuellen Entwicklung oder zu Problemen gestellt werden.

09.09.2015

Steinige Pfade, steile Gipfel: Zwei Ärzte der Dresdner Uniklinik laufen für einen guten Zweck rund 260 Kilometer quer über die Alpen. Wie das Klinikum am Donnerstag mitteilte, nehmen die Mediziner an einem der härtesten Etappenrennen der Welt, dem „Transalpine Run“, teil.

09.09.2015
Anzeige