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Lokales Strommarkt lässt Netz genauso schwanken wie Ökostrom
Dresden Lokales Strommarkt lässt Netz genauso schwanken wie Ökostrom
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14:56 11.01.2018
Eine Forschergruppe unter Beteiligung hat mit einem weit verbreiteten Vorurteil über erneuerbare Energien aufgeräumt. Quelle: dpa
Dresden

Eine Forschergruppe mit Dresdner Beteiligung hat mit einem weit verbreiteten Vorurteil über erneuerbare Energien aufgeräumt. Demnach sind nicht nur Sonnenenergie und Windräder für Schwankungen in den Stromnetzen verantwortlich – genauso sehr wird das Netz durch den innereuropäischen Stromhandel durchgeschüttelt.

Die Wissenschaftler, darunter Forscher vom Dresdner Center for Advancing Electronics Dresden (cfaed), begutachteten Messergebnisse aus Europa, Japan und den USA. Eine systematische Analyse der Daten ergab, alle 15 Minuten besonders starke Schwankungen im europäischen Netz – immer dann, wenn sich die Erzeuger auf dem Strommarkt in Europa auf eine neue Verteilung einigen und sich damit auch ändert, wo wie viel Strom in das Netz eingespeist wird. Dieser Effekt sei genauso groß wie der, der durch erneuerbare Energien eintritt, heißt es in einer Mitteilung.

„Interessanterweise erscheinen die durch Stromhandel hervorgerufenen Frequenzschwankungen im Netz bedeutender als solche aufgrund der Einspeisung erneuerbarer Energien“, sagt Professor Marc Timme vom Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation. Weiter hätten die Untersuchungen ergeben, dass große Netzverbünde deutlich robuster auf solche Schwankungen reagieren als kleine Netzwerke wie beispielsweise auf Mallorca oder in Großbritannien.

Ein Ausbau der erneuerbaren Energien und von selbstständigen kleinen Netz-Einheiten, sogenannten Micro Grids, sei entsprechend mit Problemen versehen. Um trotzdem den Anteil der erneuerbaren Energie zu erhöhen, empfehlen die Forscher eine verstärkte Investition in sogenannte Primärregelung, also eine intelligente Anpassung der Erzeuger und Verbraucher an die eventuell schwankende Stromfrequenz.

sl

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