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Lokales Streng geheim: Dresden zeigt die Entwürfe für das Königsufer unter Auflagen
Dresden Lokales Streng geheim: Dresden zeigt die Entwürfe für das Königsufer unter Auflagen
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17:55 29.08.2018
Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain erläutert die Bedingungen für den „Bürgerblick“ in der nächsten Woche. Quelle: Foto: Anja Schneider
Dresden

Die strengen Richtlinien für Planungswettbewerbe und breite Bürgerbeteiligung – das passt nicht wirklich zusammen. Was zu Kuriositäten führt: Wer die Wettbewerbsbeiträge für Königsufer und Neustädter Markt besichtigen will, muss eine Erklärung unterschreiben, dass er sich an die strengen Spielregeln hält. Die da lauten: Keine Fotos, keine Debatten in sozialen Netzwerken über einzelne Wettbewerbsbeiträge. „Zuwiderhandlungen zeigen wir an“, erklärte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen). „Wir wollen kein öffentliches Voting darüber, welcher Entwurf der beste ist.“

Grund für die Strenge: Die Wettbewerbsjury darf bei ihrer Entscheidung nicht beeinflusst werden. Für die Stadt steht viel auf dem Spiel: Sollte sie wegen eines Formfehlers das Verfahren wiederholen müssen, würden sich 100 000 Euro Kosten in Luft auflösen. Da kann sich jeder ausrechnen, welche Schadensersatzforderungen auf ihn zukommen können, wenn er die Regeln nicht beachtet.

28 Architekturbüros haben sich an dem „Städtebaulichen und freiraumplanerischen Ideenwettbewerb Königsufer und Neustädter Markt“ beteiligt. „Die Ausschreibung ist auf großes Interesse gestoßen“, erklärte Stefan Szuggat, Leiter des Stadtplanungsamtes. Weil die Verwaltung ein Maximum an Öffentlichkeit möglich machen will, werden alle 28 Entwürfe von Dienstag, 4. September, bis Donnerstag, 6. September, von 17 bis 20 Uhr in der Messe Dresden, Halle 2, ausgestellt.

„Mit dieser Ausstellung setzen wir ein deutliches Zeichen für mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz in der Stadt“, erklärt der Baubürgermeister. Die Bürger können die Entwürfe noch vor der Jurysitzung einsehen und kommentieren. „Die Jury darf die Arbeiten vor der Sitzung dagegen nicht kennen, da sie sonst nicht mehr neutral wäre.“ Heißt für Besucher: Kameras müssen am Eingang abgegeben werden, die Objektive der Handys werden vom Einlasspersonal mit rückstandsfreien Aufklebern versehen.

Fotos sind tabu, Kommentare dagegen erwünscht: Die Besucher können der Jury mitteilen, welche Entwürfe sie gutheißen und welche Details ihnen gefallen. Entsprechende Zettel werden in der Ausstellung bereitliegen, ausgefüllt können diese in eine Urne eingeworfen werden.

Die Anregungen und Anmerkungen der Bürger werden denjenigen, die über die Entwürfe entscheiden, als Hilfestellung zur Hand gegeben, kündigte Schmidt-Lamontain an. Am 10. und 11. September tagt die Jury und wird acht Entwürfe und zwei Nachrücker-Entwürfe auswählen. Die Architekturbüros werden um eine vertiefte Bearbeitung gebeten, die erneut der Öffentlichkeit unter strengen Auflagen präsentiert wird: vom 5. bis 7. Februar 2019 im Landhaus.

Am 11. und 12. Februar fällt auf der zweiten Jurysitzung die Entscheidung über den Siegerentwurf. Danach werden alle 28 Wettbewerbsbeiträge erneut ausgestellt, diesmal im Zentrum für Baukultur im Kulturpalast. Dann gelten die strengen Auflagen nicht mehr, wird auch jedes Architekturbüro genannt. In der jetzigen Phase werden die Besucher nur Nummern an den Entwürfen sehen. „Auch wir Jurymitglieder wissen nicht, von welchen Büros die Entwürfe kommen. Für uns ist das auch anonym“, erläutert der Baubürgermeister.

„Bürgerblick“ heißen die Ausstellungen in der nächsten Woche und im Februar. Dresden begibt sich damit auf Neuland: Ein so hohes Maß an Bürgerbeteiligung bei einem städtebaulichen Vorhaben gab es noch nie.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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