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Streit in Dresden um Radverkehr auf Albertstraße: Stadt will Autospur streichen

Verkehr Streit in Dresden um Radverkehr auf Albertstraße: Stadt will Autospur streichen

Die Stadt will zugunsten des Radverkehrs auf der Albertstraße eine Autospur wegfallen lassen. Aus der Stadtrats-CDU gibt es massive Kritik. Die Verwaltung verteidigt ihre Pläne und sagt jetzt, wann es losgehen soll.

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Quelle: dpa

Dresden.  Die Pläne der Stadt für den Ausbau des Radverkehrs stoßen in verschiedenen Punkten auf Kritik. „Insbesondere die Pläne für die Albertstraße sind diskussionswürdig“, erklärte Gunter Thiele, baupolitischer Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion am Freitag. Die Verwaltung bleibt bei ihrem Vorhaben. Auf DNN-Anfrage hieß es am Freitag, im kommenden Jahr sollen die Pläne umgesetzt werden.

Thiele stören vor allem die Überlegungen für die Radwege zwischen Albertplatz und Carolaplatz. Die Stadt will hier stadtauswärts eine Autospur wegfallen lassen und dafür einen Radweg einrichten. Auch stadteinwärts soll ein Radweg entstehen, allerdings sind weiterhin zwei Autospuren vorgesehen. Nach Thieles Ansicht ist die Einschränkung für den Kfz-Verkehr „völlig unnötig“. Rechts und links der Albertstraße wäre genügend Platz, um Möglichkeiten für den Radverkehr zu schaffen, „ohne dass damit andere Verkehre leiden müssten“. Der CDU-Politiker warnte vor zusätzlichem Stau für den Verkehr aus Richtung Carolabrücke und Nachteilen für die Luftqualität. Stadtauswärts könnte der Radverkehr auf dem bestehenden Fußweg entlang der Albertstraße eingeordnet werden und stadteinwärts könnten bei vernünftiger Anbindung die Sarrasanistraße oder der vorhandene Grünstreifen für den Radverkehr genutzt werden.

CDU: Es gibt wichtigere Dinge

Thiele sprach von einem „Anschlag auf die Menschen, die auf das Auto angewiesen sind“. Angesichts von 20000 bis 25000 Fahrzeugen pro Tag in diesem Bereich lehne er die Pläne komplett ab. Es gebe wichtigere Dinge. So sollte sich die Stadt unter anderem viel stärker der Anbindung der Elbbrücke an den Elbradweg widmen und auch dem Elbradweg selbst. Dabei gehe es um die 2. Spur zwischen Blauem Wunder und Fährgarten sowie den Körnerweg, der endlich asphaltiert werden müsse. Es gehe um einen Radweg und nicht um einen „Denkmalschutzweg“, sagte Thiele.

Der für Bauen und Verkehr zuständige Bürgermeister, Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne), widersprach am Freitag auf DNN-Anfrage der Kritik. Die geplante Reduzierung um einen Kfz-Fahrstreifen sei verkehrsplanerisch und verkehrstechnisch untersucht worden. „Die Leistungsfähigkeit für den Kfz-Verkehr sowohl unter den bestehenden wie prognostizierten Verkehrsstärken ist gewährleistet“, erklärte der Bürgermeister. „Dies war für uns auch die Voraussetzung, sonst würden wir die Spur nicht wegnehmen“, fügte er hinzu. Der Verkehrsfluss sei mit dem aktuellen vergleichbar. Die neue Fußgänger-Lichtsignalanlage in Höhe Archivplatz/Markthalle sei ebenfalls berücksichtigt.

Bürgermeister: Stadtrat hat mehrfach Auftrag erteilt dazu

Der Bürgermeister verwies darauf, dass die Integration von Radverkehrsanlagen an der Albertstraße in den gesamtstädtischen Planungskonzepten zur Förderung des Radverkehrs verankert sei. „Also in Verkehrsentwicklungsplan 2025plus, Radverkehrskonzept, Rahmenplan Nr. 715.2 . Innere Neustadt und im Lärmminderungsplan“, zählte Schmidt-Lamontain auf. Der Stadtrat habe also mehrfach diesen Auftrag erteilt. Allerdings gab es auch bei diesen Themen schon heftigen Streit.

Die Albertstraße besitzt laut Bürgermeister für den Alltagsradverkehr die Bedeutung einer „ausgewiesenen Radhauptroute“ und sei Bestandteil der mit Wegweisung versehenen Nord-Süd-Route. Dem Radverkehr stehe in stadtwärtiger Richtung keine straßenbegleitende Radverkehrsanlage zur Verfügung. In landwärtiger Richtung werde er auf einem gemeinsamen Geh- und Radweg geführt. Schmidt-Lamontain: „Für eine Hauptradroute ist diese Führung ungeeignet.“ Die Beibehaltung der bestehenden vierstreifigen Straßenraumaufteilung für den Kfz-Verkehr sei wegen erheblicher Eingriffe in die bestehenden Seitenräume wie Haltestellenbereich und Straßenbegleitgrün verworfen worden. „Derzeit läuft die Detailplanung“, erläuterte Doris Oser, persönliche Referentin des Bürgermeisters. Dabei gehe es beispielsweise um notwendige Bordverlegungen bei der Einmündung vom Albertplatz. „Die Bauausführung wird 2018 erfolgen.“ Es müssten Markierungen entfernt und neu aufgebracht werden. Mindestens teilweise werde die Fahrbahn auch einen neuen Belag erhalten. Im Winter könne dies nicht gemacht werden. 2018 soll dann auch die Markierung der Albertstraße so erfolgen, das stadtauswärts nur noch eine Autospur und der Radweg markiert sind. Die rechte der zwei Spuren, die von der Carolabrücke auf den Carolaplatz kommen, wird dann ausschließlich für Rechtsabbieger in Richtung Staatskanzlei vorgesehen.

Lob vom Fahrradclub

Lob gibt es für die Pläne der Stadt vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) in Dresden. „Der Baubürgermeister setzt jetzt endlich um, was der Petitionsausschuss des Stadtrates 2011 beschlossen hat, nämlich die Einordnung von Radfahrstreifen zu Lasten einer Kfz-Spur“, sagt Nils Larsen, Vorstandsmitglied im ADFC Dresden e.V. Der Konflikt zwischen Autos und Fahrrädern, den die CDU bei dem Projekt erkennen will, existiere überhaupt nicht.

Von Ingolf Pleil

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