Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Straßenmusik: Beschwerden über Krawallmacher häufen sich
Dresden Lokales Straßenmusik: Beschwerden über Krawallmacher häufen sich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:50 10.06.2016
„Beratungsgespräch unmöglich“: Straßenmusiker auf der Prager Straße. Quelle: tbh
Dresden

„Führen Sie bei diesem Lärm mal ein Beratungsgespräch“, sagt ein Mediziner, der in einer Arztpraxis auf der Prager Straße arbeitet. „Es ist ohrenbetäubend, es ist unerträglich.“ Da helfe nur noch das Schließen der Fenster. In der warmen Jahreszeit keine angenehme Alternative. Die Räume heizen sich schnell auf. „So kann es nicht weitergehen. Es muss sich etwas tun.“

CDU-Stadträtin Christa Müller zeigt sich von solchen Beschwerden nicht überrascht. „Mich hat das Maß der Beschwerden erstaunt. Das Problem ist virulent“, erklärte die Kulturpolitikerin. Anwohner, Touristen, Handels- und Gewerbetreibende seien genervt von inzwischen stadtbekannten Amateurmusikern, die eher für eine Lärmbelästigung denn für lauschige musische Begleitung des Alltags sorgen würden. „Für die Dresdner Innenstadt ist das kein Aushängeschild. Kulturhauptstadt wird man so nicht“, meint Müller.

2014 habe die CDU strengere Regeln für die Straßenmusik gefordert, die von der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit nur ein Jahr später wieder aufgehoben wurden. „Die besagten strengen Regeln seien kunstfeindlich und diskriminierend, hieß es damals“, so die CDU-Stadträtin.

Seit der Lockerung der Regeln würden sie zahlreiche Beschwerden erreichen. „Mittlerweile häufen sich diese in einem Maße, dass selbst bei Teilen von Rot-Grün-Rot ein Umdenken stattfindet“, spielt Müller auf Äußerungen von SPD-Fraktionsvorsitzenden Christian Avenarius an, der Lärm müsse ein Ende haben (DNN berichteten). „Es ist Größe, Fehler zuzugeben“, meint Müller. Die CDU werde die SPD gerne unterstützen und hoffe, noch vor der Sommerpause zu einer vernünftigen Lösung zu kommen. „Das wäre ein Gewinn für die Dresdner Innenstadt.“

Der Mediziner schlägt vor, eine Auswahl der Straßenkünstler vorzunehmen. „Wir haben nichts gegen Straßenmusik. Wenn Violine unter unseren Fenstern gespielt wird wie heute früh, können wir damit leben“, erklärte er. Alternativ sollten besagte Krawallmacher eine halbe Stunde auftreten dürfen – am Tag. „Im Moment werden wir mitunter rund um die Uhr beschallt, mit höchstens zehnminütigen Pausen. Ein effektives Arbeiten ist uns da nur schwer möglich.“


Von Thomas Baumann-Hartwig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die TU Dresden plant, ihren erst vor einem Jahr eingeschalteten Supercomputer HRSK II für zehn Millionen Euro aufzurüsten. Neue Speicher, Rechnerknoten und Software-Technologien sollen den HRSK II zu einem Top-Analysten für riesige Datenmengen machen.

10.06.2016

Sie haben alle ein Ziel vor den Augen. Sie alle wollen nach Sevenoaks. Noah spielt für sein Leben gern Fußball, Romy will unbedingt in England spielen und Luise sucht einen starken Gegner. Als die Power Lions sich vor zwei Jahren unter dem Dach des SV Motor Mickten gründeten, wusste noch keiner von ihnen, wo sich Sevenoaks befindet.

10.06.2016
Lokales Drachenbootveranstaltung - Drachen pflügen wieder durch die Elbe

Vom Hamburger Hafen aus zogen die Drachenboote 1991 elbaufwärts nach Dresden. Mit Unterstützung der Partnerstadt startete das erste Festival. 25 Jahre später hat es sich zur größten Drachenbootveranstaltung in Sachsen entwickelt.

10.06.2016