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Straßenbahn wird von der Augustusbrücke verbannt

Heiße Phase der Sanierung Straßenbahn wird von der Augustusbrücke verbannt

Jetzt wird es ernst: Die Augustusbrücke verliert die Straßenbahngleise und Oberleitungen, die Straßenbahnen müssen Umleitungen fahren. Problematisch könnte das für die Linie 4 werden, die über die stark belastete Marienbrücke fahren muss.

Nur noch bis Montagmorgen fahren Straßenbahnen auf der Augustusbrücke.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Am Montagmorgen um 3.15 Uhr wird die letzte Straßenbahn über die Augustusbrücke fahren. Es wird eine Linie 4 sein, verrät Andreas Hemmersbach, Vorstand für Finanzen und Technik bei den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB). Danach reißen Bauarbeiter die Schienen heraus und bauen die Oberleitungen ab. Ungefähr ein Jahr lang können keine Straßenbahnen über die Brücke fahren, die umfangreich saniert wird.

Die Linie 4 wird über die Marienbrücke umgeleitet, die Linien 8 und 9 müssen über die Carolabrücke fahren. Die Haltestelle Theaterplatz ist abgehängt. Dass die DVB in der Umleitungszeit Fahrgäste verlieren, glaubt der Vorstand nicht. „Die Zufahrt in die Innenstadt ist ja nicht betroffen.“ Größere Probleme sieht Hemmersbach in der ab Montag angespannten Situation auf den Elbbrücken: „Da haben wir dann ein deutlich höheres Aufkommen. Hoffentlich wirkt sich das nicht auf die Pünktlichkeit unserer Straßenbahnen aus.“

Jetzt müssen auch die Straßenbahnen weichen: An der Dresdner Augustusbrücke beginnt im August die nächste Bauphase.

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Auf der Carolabrücke haben die DVB ein eigenes Gleisbett, aber auf der ohnehin stauanfälligen Marienbrücke sind die Gleise überfahrbar. In Stoßzeiten muss sich die Straßenbahn stadteinwärts hinter den an der Ampel wartenden Autos anstellen, das könnte Zeit kosten. „Wir müssen die Situation beobachten und überlegen, ob Eingriffe erforderlich sind“, so der DVB-Vorstand.

Für Gunther Hentschelmann, stellvertretender Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes, beginnt mit dem Ausbau der Gleise die heiße Phase der Brückensanierung. Nur ein sieben Meter breiter Streifen bleibt von den Arbeiten unberührt, Fußgänger und Radfahrer können während der gesamten Bauzeit die Augustusbrücke nutzen. Damit das auch funktioniert, wenn ab November der Brückenbogen über das Terrassenufer abgerissen wird, errichten Bauarbeiter ab Anfang Oktober vom Schlossplatz aus über das Pegelhaus zum zweiten Bogen eine Behelsbrücke, wie Hentschelmann erklärt. Dafür muss das Terrassenufer an einem Wochenende voll gesperrt werden.

So werden während des Baus die Straßenbahnen umgeleitet.

Quelle: DVB

Es wird nicht die letzte Sperrung bleiben: Für den Abriss des Bogens muss der Verkehr erneut ruhen, danach folgen weitere Sperrrunden, wenn die Fahrbahn des Terrassenufers abgesenkt wird. Ursprünglich sollte das schon vor Abriss des Bogens geschehen, damit riesige Wärmespeicher der Drewag-Stadtwerke per Lkw nach Reick transportiert werden können. Aber die Drewag haben laut Hentschelmann eine andere Route gefunden. Weil das Gerüst für den Neubau des Brückenbogens die jetzige lichte Höhe von 4,50 Meter erhalten soll, muss die Fahrbahn trotzdem um 60 Zentimeter tiefergelegt werden.

Bis zum Sommer 2018 soll der Bogen wieder aufgebaut werden und die charakteristische Farbe seines Vorgängers erhalten. Dazu sei mit dem Denkmalschutz eine spezielle Betonmischung abgestimmt worden, erklärte der stellvertretende Amtsleiter. Nach dem Aushärten werde der Beton per Hand bearbeitet, damit er die Struktur des Vorgängers erhält. Im April 2019 soll die Brücke fertig sein.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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