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Lokales Straßen- und Tiefbauamt: Hitze bereitet Straßen kaum Probleme
Dresden Lokales Straßen- und Tiefbauamt: Hitze bereitet Straßen kaum Probleme
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16:43 26.07.2018
Spurrillen an Bushaltestellen wie hier an der Pfotenhauerstraße in Johannstadt werden durch die derzeitige Hitzewelle begünstigt. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Parkende Autos sinken in weichen Asphalt und hinterlassen beim Wegfahren tiefe Dellen. Die klebrige Bitumenmasse gibt die Schuhe und Sandalen querender Fußgänger nur mit einem schmatzenden Geräusch frei. Szenen, die noch in den 1990er Jahren keine Seltenheit in Dresden waren. Die heutige Hitzewelle setzt den Straßen dagegen kaum zu und bereitet auch Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhard Koettnitz keine großen Sorgen. Warum ist das so?

„Wir haben einfach viel besseren Asphalt als das zu DDR-Zeiten der Fall war“, antwortet er knapp. Heutiger Asphalt sei selbst bei Temperaturen von 70 bis 80 Grad Celsius stabil, die allerdings bei der gegenwärtigen Hitze wegen der dunklen Farbe des Asphalts und der großen Bodennähe nicht gänzlich außer Reichweite sind. Vor Hitzeschäden müsse sich dennoch niemand fürchten.

Ganz davon verschont bleibt das Dresdner Straßennetz jedoch auch nicht. So bildeten sich gerade dort, wo schwere Fahrzeuge halten und wieder anfahren Spurrillen. „An Bushaltestellen haben wir diese Probleme“, sagt Amtsleiter Koettnitz. Und auch an Schwerlaststrecken, wo Laster verkehrsbedingt immer wieder halten müssen. So wolle Koettnitz zum Beispiel für die Kreuzung der Washingtonstraße mit der Kötschenbroder Straße „nicht die Hand ins Feuer legen“, dass es dort bei der derzeitigen Hitzewelle nicht zu Schäden kommt. Das sei allerdings nichts gegen die Probleme vergangener Zeiten. „Da mussten wir manchmal die Winterdienstfahrzeuge auf die Strecke schicken, damit sie mit Splitt die Soße binden, die sich auf den Straßen gebildet hatte“, erinnert sich Koettnitz.

Reparieren lassen sich Hitzeschäden nur, indem man großflächig arbeitet: Der Asphalt muss abgefräst und dann neuer aufgetragen werden. Bezahlt werden solche Arbeiten aus dem regulären Budget für die Straßeninstandhaltung, aus dem beispielsweise auch der Winterflick bezahlt wird.

Dass gerade Bushaltestellen immer wieder Spurrillen aufweisen, liege nicht nur an der Hitze, sagt Falk Lösch, Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB). „Anders als so mancher Laster fahren unsere Busse dort immer genau den gleichen Weg“, sagt er. Nur so kommen die Fahrzeuge möglichst nah an den Bordstein der Haltestelle und immer an der gleichen Stelle zum Halten, was dem Komfort der Fahrgäste dienen würde. Laut Amtsleiter Koettnitz sollen Spurrillen an Haltestellen künftig der Vergangenheit angehören. Buseinfahrten sollen in Zukunft mit einer Mischung aus Asphalt und Beton oder gleich aus Beton gestaltet werden. Halbstarr oder starr nennt Koettnitz diese Ausführungen, die mehr Widerstandskraft gegen Hitze versprechen.

Doch nicht nur Asphalt hat Hitzeprobleme. An der Haltestelle „Postplatz“ auf der Wilsdruffer Straße ist in dieser Woche ein Granitstein hochgeploppt. „Granit leitet die Hitze eigentlich sehr schlecht, aber bei der gegenwärtigen Einstrahlung hat sich ein ganzer Stein erwärmt und wurde nach oben gedrückt“, erläutert DVB-Sprecher Lösch. Arbeiter haben die Stolperfalle über Nacht schon behoben. Und auch Beton ist anfällig. Anders als Asphalt ist dieses Material sehr starr. Dehnt sich Straßenbeton bei Hitze aus, kann es deswegen zu Rissen kommen, die sich nach oben ausstülpen. Diese plötzlich auftauchenden Blow-ups sind bei Autofahrern gefürchtet. Auftreten sie können sie vor allem an Autobahnen. Es gibt aber auch einige Betonstraßen im Dresdner Stadtgebiet. „Die Heinrich-Greif-Straße in Zschertnitz ist so ein Beispiel“, sagt Amtsleiter Koettnitz. Blow-ups habe es dort aber noch nie gegeben. „Anders als an Autobahnen sorgen dort Straßenbäume für Schatten, was die Hitzeeinwirkung mildert“, begründet das Koettnitz. Er halte einen Blow-up im Dresdner Straßennetz für unwahrscheinlich.

Von Uwe Hofmann

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