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Lokales Stinkbombenernte in Pieschen
Dresden Lokales Stinkbombenernte in Pieschen
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12:15 23.11.2018
Ein Mitarbeiter der Stadt rückt einem Ginkgo-Baum auf die Pelle. Wegen der stinkenden Früchte werden eigentlich keine weiblichen Exemplare an Straßen gepflanzt. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Es dürfte eine der spätesten Ernten in Dresden sein, mit Sicherheit aber eine der sonderbarsten. Mit Besen, Stangen und Hebekran sind Mitarbeiter der Stadt am Donnerstag den Bäumen der Hans-Sachs-Straße in Pieschen zu Leibe gerückt. Es handelt sich um eine Allee mit Ginkgobäumen, deren weibliche Exemplare satt Früchte tragen. Diese Silberaprikosen genannten Kullern reifen sehr spät im Jahr und fallen zumeist nach den ersten Frostnächten zu Boden. Dort platzen sie auf den Gehwegen und dem Blech parkender Autos auf und verströmen den Geruch von Erbrochenem – es ist die unangenehme Seite der wegen ihrer Heilkräfte nicht nur in China geschätzten Pflanze.

Die etwa murmelgroßen Silberaprikosen sind unter Pieschenern gefürchtet. Sie verströmen den Geruch von Erbrochenem, wenn sie aufplatzen. Quelle: Dietrich Flechtner

Während man sich in dem fernöstlichen Land nicht zimperlich zeigt, das stinkende Fruchtfleisch der etwa murmelgroßen Kugeln entfernt und den Kern als Delikatesse röstet, haben die Anwohner hierzulande wegen des ekelerregenden Bombardements vor einigen Jahren derart den Aufstand geprobt, dass das Schicksal der schmalen Hans-Sachs-Straße kurzzeitig deutschlandweit für Aufsehen sorgte. Seither bemüht man sich im Rathaus, das Leiden an der Ginkgo-Allee in Grenzen zu halten. Reinigungstrupps, die zuerst einen Stinkbombenhagel auslösen und dann das Fallobst vom Gehweg und Straßenpflaster klauben, werden seitdem regelmäßig nach Einsetzen des Frostes in der Hans-Sachs-Allee gesehen. Nachdem sie am Donnerstag die eine Hälfte der Straße reinigten, sind sie am Freitag noch einmal im Einsatz.

Von DNN

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