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Starker Zuzug von Asylberechtigten nach Dresden

Aus anderen sächsischen Kommunen Starker Zuzug von Asylberechtigten nach Dresden

Die Stadtverwaltung konstatiert einen sprunghaft gestiegenen Zuzug von anerkannten Flüchtlingen und Asylberechtigten aus anderen Gegenden Sachsens in die Landeshauptstadt. Wie die Ämter auf Anfrage der DNN mitteilten, zogen im vergangenen Jahr 729 Asylberechtigte nach Dresden.

Dresden punktet bei den Asylberechtigten mit guter Integrationsinfrastruktur – zum Beispiel Bildungs- und Jobangebote.
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden.  Ausländerbehörde und Sozialamt der Stadtverwaltung konstatieren einen sprunghaft gestiegenen Zuzug von anerkannten Flüchtlingen und Asylberechtigten aus anderen Landkreisen und kreisfreien Städten Sachsens in die Landeshauptstadt Dresden. Wie die Ämter auf Anfrage der DNN mitteilten, zogen im vergangenen Jahr 729 Asylberechtigte nach Dresden. In anderen Großstädten seien ähnliche Zahlen zu verzeichnen, so die Verwaltung.

Zum Vergleich: 2016 wurden Dresden von der Landesdirektion Sachsen 1901 Asylbewerber zur Unterbringung zugewiesen. Die Zahl der bereits anerkannten Flüchtlinge, die die Stadt zusätzlich dazu aufnehmen musste, bedeute im Verhältnis zu der Zuweisungszahl eine Größenordnung von 38 Prozent. Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge könnten im Sozialamt einen Wohnberechtigungsschein beantragen und hätten Anspruch auf eine belegungsrechtsgebundene Wohnung. Solche Wohnungen stünden im gesamten Stadtgebiet zur Verfügung. Die Stadt melde dem Vermieter einer freien Wohnung drei wohnberechtigte Wohnungssuchende zur Auswahl, die Entscheidung über den Mietvertragsabschluss bleibe dem Vermieter vorbehalten.

Ursache für den großen Zuzug von Asylberechtigten ist das Fehlen einer landesinternen Wohnsitzauflage im Freistaat Sachsen, konstatiert die Verwaltung. Derzeit können bleibeberechtigte Flüchtlinge ihren Wohnsitz frei in ganz Sachsen wählen. „Aufgrund der besseren Integrationsinfrastruktur – zum Beispiel Bildungs- und Jobangebote – verzeichnen wir insbesondere Zuzüge aus den Landkreisen nach Dresden“, teilte die Verwaltung mit. Der Freistaat Sachsen habe angekündigt, bis zum Sommer 2017 warten zu wollen und erst danach zu entscheiden, ob eine Landesregelung zur Wohnsitzauflage eingeführt wird.

Zu den 729 Zuzügen kommen den Angaben zufolge noch einmal 144 Personen, die als Familienangehörige von Asylberechtigten oder anerkannten Flüchtlingen im vergangenen Jahr im Zuge des Familiennachzuges nach Dresden gekommen sind. Dem gegenüber stehen 91 Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge, die 2016 von Dresden in andere Landkreise oder kreisfreie Städte verzogen sind.

Die Stadt sieht gegenwärtig keine Möglichkeiten, einen unkontrollierten Zuzug von Asylberechtigten nach Dresden zu verhindern. „Alle anerkannten Flüchtlinge mit Wohnsitzauflage Sachsen können nach Dresden ziehen.“ Deshalb gebe es gegenwärtig auch keinen Anlass, das Gespräch mit Landkreisen, aus denen besonders viele Asylberechtigte nach Dresden abwandern, zu suchen. „Solche Gespräche bringen mangels einer landesinternen Wohnsitzauflage wenig“, hieß es aus der Verwaltung. Nach DNN-Informationen sollen besonders aus dem Landkreis Bautzen sehr viele Asylberechtigte in die Landeshauptstadt ziehen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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