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Lokales Standesamt Dresden zieht Bilanz: Mehr Ehen, mehr Tote, mehr Kirchenaustritte
Dresden Lokales Standesamt Dresden zieht Bilanz: Mehr Ehen, mehr Tote, mehr Kirchenaustritte
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07:49 01.03.2018
Die Zahlen zeigen: Dresden ist als Hochzeitsstadt gefragt.   Quelle: Carolin Seyffert
Dresden

 „Wir haben uns heute hier zusammengefunden“, so wird fast jede glückliche Trauung und am Freitag auch die 2017ner Bilanz des Dresdner Standesamtes eingeleitet. Geburt, Hochzeit, Scheidung, Sterben: Alles läuft hier in dem herrschaftlichen Villa Weigang auf der Goetheallee 55 zusammen.

Besonders freute sich der Erste Bürgermeister Detlef Sittel (CDU) über ein stabiles Hoch bei den Hochzeiten. „Dresden traut sich – jedes Jahr mehr. Mit 2493 Eheschließungen im vergangenen Jahr haben wir die höchste Zahl an Trauungen seit über 25 Jahren erreicht“, resümierte Sittel. Am Plus von 105 Eheschließungen gegenüber 2016 lasse sich auch die 2017 beschlossene „Ehe für alle“ ablesen. Seit dem 1. Oktober können homosexuelle Paare heiraten, ein „Run“ auf das Standesamt blieb aus. „Für die Arbeit im Standesamt hat sich nichts geändert“, berichtet der Amtsleiter Frank Neubert.

Die Zahlen zeigen: Dresden ist als Hochzeitsstadt gefragt. „Wir trauen an über neun Standorten in Dresden. In der Hochsaison sind wir bis auf ein Jahr im Voraus ausgebucht“, berichtet Neubert. Die Goetheallee 55 und das Kulturrathaus sind besonders gefragt. Für 2019 müssen jedoch alle Heiratswilligen wegen Renovierungsmaßnahmen auf das Kulturrathaus verzichten. Ausweichstandorte sind geplant.

„Perspektivisch möchten wir die Zahl unsere Außenstandorte erhöhen und auch endlich den Trauungsraum im Rathaus in Betrieb nehmen“, blickte Detlef Sittel voraus. Der Trend zur Trauung erhöht auch das Arbeitspensum. 29 Standesbeamte und 15 Sachbearbeiter dürfen sich bald auf vier neue Kollegen freuen.

Mit Rekorden kennen sich auch die Mitarbeiter in der Geburtenabteilung aus. 8457 Kinder (4318 Jungen und 4139 Mädchen) wurden geboren. Fast soviel wie im Rekordjahr 2016 (8542). Bei der Namensgebung der kleinen Dresdner blieben viele Eltern traditionell. Hoch im Kurs standen für den ersten Vornamen Emma (76), Johanna (62) und Emilia (55). Die Jungen wurden Emil (85), Karl (76) und Paul (64) genannt. Besonders im Trend 2017 waren Bindestrichnamen. Exotische Vornamen wie Luna-Fee oder Alyssa-Phoebe waren ebenfalls vertreten. „Es lässt sich beobachten, dass Eltern vor allem bei Mädchennamen sehr kreativ werden“, berichtet der Standesamtsleiter. Außergewöhnliche Jungennamen waren Maxx, Momo und Nepomuk. Ein Name der Kategorie „Drei Vornamen und mehr“ ist wohl „Luciano-Rodney Andrian-Amadeus“, vergeben an ein einziges Kind. Hin und wieder schießt die Kreativität der Eltern über das Ziel hinaus. „Dann müssen sich Eltern bei der Gesellschaft für Deutsche Sprache ein Gutachten erstellen lassen“, erläuterte Neubert. Zugelassen wurden nach der Prüfung zum Beispiel Leolit, Vitajnas, Gibbs oder Polarys.

Zur Arbeit im Standesamt gehört auch die letzte Station im Leben. 2017 starben 6173 Dresdner, 2016 waren es noch 5928. „Dies lässt sich vor allem mit der Alterspyramide erklären“, sagte Neubert. Ein weiterer Negativrekord verzeichnet das Standesamt bei den Kirchenaustritten. 1425 Menschen entschieden sich im Lutherjahr zu diesem Schritt, 103 mehr als im Vorjahr. Seit vier Jahren sei dieser Trend ungebrochen.

Bisweilen birgt die Arbeit im Standesamt aber auch Heiterkeit. In die Geschichte wird wohl die Hochzeit eingehen, bei der drei Lamas als Hochzeitsgäste geladen waren. Frank Neubert ließ die Huftiere nicht in die Villa Weigang. „Bevor ich etwas unternehmen musste, war der Spu(c)k auch schon vorbei“, lachte der Chef.

Von Carolin Seyffert

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