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Lokales Stadtrat entscheidet über Standort für Zentralen Busbahnhof und Fahrradparkhaus
Dresden Lokales Stadtrat entscheidet über Standort für Zentralen Busbahnhof und Fahrradparkhaus
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07:55 07.09.2017
Fernbusse an der Bayrischen Straße in Dresden.  Quelle: DNN Archiv
Dresden

 Nur mit Stimmen jenseits der rot-grün-roten Kooperation wird am Donnerstag im Stadtrat die Mehrheit für den Standort des Zentralen Omnibusbahnhofs am Westende des Wiener Platzes zustande kommen. Die Linke sprach sich am Mittwoch klar gegen das geplante Areal aus. In einer Situation, in der alle von Dieselgate und Luftreinhaltung reden würden und der Stadt Klagen wegen der schlechten Luft drohten, sei es „kontraproduktiv“, für die Innenstadt einen Fernbushalt zu beschließen, erklärte Martin Schulte-Wissermann von den Linken. Perspektivisch sei mit hunderten täglichen Fernbusanfahrten zu rechnen. Die Linke werde lediglich den Plänen für ein Fahrradparkhaus am ZOB zustimmen.

SPD und Grüne haben sich in einem gemeinsamen Antrag für den ZOB-Standort am Hauptbahnhof ausgesprochen. „Es ist höchste Zeit, dass es losgeht“, erklärte SPD-Fraktionschef Christian Avenarius. Die Situation an der Bayrischen Straße, wo die Busse heute ankommen, sei unerträglich. Anlass für Zerwürfnisse mit den Linken sei dies jedoch nicht.

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Die Grünen hätten lange diskutiert, sagte Fraktionschefin Christiane Filius-Jehne gegenüber DNN. Der künftige Knotenpunkt mit Umstiegsmöglichkeiten zwischen Bahn, Bussen, öffentlichem Nahverkehr und Fahrradnutzern sei die richtige Entscheidung. Filius-Jehne setzt zudem darauf, dass Busantriebe perspektivisch umweltfreundlicher sein werden. Unterstützung erhält Rot-Grün von der CDU. „Der Standort ist richtig, es macht keinen Sinn, den Fahrgästen am Stadtrand ein zusätzliches Umsteigen zuzumuten“, erklärte Gunter Thiele.

Dresden rungt noch immer um einen Fernbusbahnhof. Nun hat die Stadt verschiedene Standorte untersucht. Wir zeigen, was für und was gegen die untersuchten Orte spricht.

Die FDP spricht sich gegen den Standort aus und zielt dabei vor allem auf die geplante Verknüpfung mit einem Fahrradparkhaus. Für das „überdimensionierte“ Projekt fehlten „Aussagen zu Kosten und Betreibung“, hieß es bei den Liberalen. „Uns fehlt zudem eine klare Perspektive für die gesamte Stadt. Dezentrale Lösungen mit deutlich kleineren Fahrradparkhäusern in der gesamten Stadt, an gut erreichbaren Mobilitätspunkten erscheinen uns deutlich vorteilhafter und vor allem preiswerter“, erklärte FDP-Stadtrat Thoralf Gebel.

Dem widersprach am Mittwoch Doris Oser, die persönliche Referentin von Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). „Wir suchen nach intelligenten Betreibermodellen mit niedrigen Betriebskosten“, sagte sie. Die angepeilte Kapazität von etwa 1000 Fahrradstellplätzen liege zwar über dem derzeitigen Bedarf. Die Fahrradnutzung nehme aber zu und mit der besseren Infrastruktur werde sich diese Entwicklung fortsetzen. Die Stadt fasse ein dreigeschossiges Gebäude ins Auge. Es könnte mit Zusatzeinrichtungen wie Fahrradwerkstatt oder Fahrradverleih ergänzt werden, auch ein Café sei denkbar. Die Planungen seien bereits in Auftrag gegeben, da für das Projekt, das etwa vier Millionen Euro kosten könnte, Fördermittel beantragt werden sollen. Eine Realisierung ist jedoch frühestens ab 2020 zu erwarten, da zuvor die Bahn das Gelände noch benötigt.

Von Ingolf Pleil

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