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Lokales Stadtrat Genschmar: Der Schriftzug muss wieder her
Dresden Lokales Stadtrat Genschmar: Der Schriftzug muss wieder her
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08:01 26.05.2018
Wo ist er hin? Jens Genschmar überzeugte sich selbst vor Ort und ist fest davon überzeugt: Der Schriftzug muss wieder angebracht werden. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Ein Bekannter habe ihn gefragt, wo sich denn eigentlich die Inschrift am Hygiene-Museum befindet, sagt Stadtrat Jens Genschmar (FDP/Freie Bürger). „Na am Museum, habe ich gesagt.“ Doch der Stadtrat wollte es genau wissen und schaute sich das Bauwerk nach einer Stadtratssitzung an: „Ich fiel aus allen Wolken. Der Schriftzug ist tatsächlich ab.“

Hygiene-Museum mit Schriftzug und Trabant: 1987 prangten die Buchstaben noch an dem Bauwerk. Quelle: Archiv/Dresdner Neueste Nachrichten

„Deutsches Hygiene-Museum“ prangte früher in wuchtigen Lettern über dem Eingangsportal, wie historische Fotos belegen. Ein Blick ins Archiv zeigt: 1936 sollen die Buchstaben angebracht worden sein. Sie prangten die DDR-Zeit über am Gebäude und überlebten auch die ersten elf Jahre im wiedervereinigten Deutschland.

Dann aber, erklärt Christoph Wingender, Sprecher des Deutschen Hygiene-Museums, wurden die Lettern entfernt. „In Abstimmung mit dem Denkmalschutz sollte das Museumsgebäude im Rahmen der Generalsanierung in den Originalzustand von 1930 zurückversetzt werden. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Schriftzug nicht am Gebäude„, erklärte der Sprecher. Und so erstrahlt der Bereich in makellosem Weiß – im Moment allerdings von Gerüsten etwas verdeckt. „Hier geht es um die Verankerung und Abdichtung von Bauteilen der Attika“, erklärte Wingender.

Genschmar kann die Argumente gegen den Schriftzug nicht teilen. „Mit dem Hygiene-Museum hat Dresden ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland. Auf dem Würfel vor dem Gebäude steht ja auch Deutsches Hygiene-Museum. Ich glaube, der Schriftzug gehört zu dem Gebäude und sollte wieder angebracht werden.“ Am Besten gleich und sofort, weil ja das Gerüst gerade steht, so der FDP-Stadtrat. „Wir sollten diesen Werbeeffekt für Dresden nutzen. Warum muss dort eine weiße Wand sein“, fragt er.

Rein theoretisch, meint der Museumssprecher, können die Buchstaben natürlich wieder angebracht werden. „Sie wurden im Depot des Museums eingelagert.“ Genschmar will die dafür erforderliche politische Initiative starten. Bis zu einer Entscheidung dürfte es dauern. Denkmalschutz, Stadtplanungsamt, vielleicht auch das Umweltamt müssen gehört werden, dazu die Ausschüsse des Stadtrats. „Ich bin beharrlich“, meint Genschmar.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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