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Lokales Stadträte appellieren an Investor des „Moritzhauses“ am Neumarkt in Dresden
Dresden Lokales Stadträte appellieren an Investor des „Moritzhauses“ am Neumarkt in Dresden
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09:35 23.12.2016
Unmittelbar neben dem Kulturpalast soll das Moritzhaus entstehen.  Quelle: KIB/Redaktionsbüro Steinlein
Dresden

 Ungewöhnliche Aktion: In letzter Minute wollen mehrere Stadträte den Investor für das „Moritzhaus“ am Neumarkt noch zu Änderungen bewegen. Mit einer Reihe von Vorschlägen soll das Projekt doch noch historischer gestaltet werden.

Seit langem gibt es Streit um das Projekt der Nürnberger KIB-Gruppe unmittelbar neben dem Kulturpalast an der Frauenstraße. Der Investor will dort Büros, Einzelhandelsflächen und Wohnungen auf vier Etagen und zwei Staffelgeschossen unter einem Dach vereinen. Bislang ist im Frühjahr der Baustart geplant, mehr als 20 Millionen Euro will die Unternehmensgruppe investieren.

Die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) sieht die Baupläne allerdings kritisch, trotz einiger bereits erfolgter Änderungen. Das Projekt entspreche dennoch nicht dem städtebaulich-gestalterischen Konzept für den Neumarkt. Dafür gibt es drei wesentliche Kritikpunkte: die KIB plane unzulässige Staffelgeschosse, überbaue vier statt nur die zulässigen drei Parzellen und habe ein Flachdach entwerfen lassen, auf dem womöglich noch Technik installiert sein soll.

Nicht zuletzt die hohe Beteiligung an einer Bürgerversammlung am 17. November habe die Relevanz des Projektes für die Dresdner Öffentlichkeit gezeigt, heißt es in dem Schreiben an die KIB, das Gunter Thiele (CDU), Tilo Wirtz (Linke), Thomas Löser (Grüne) und Hendrik Stalmann-Fischer (SPD) unterzeichnet haben. Bei der Veranstaltung im bis zum letzten Platz gefüllten Festsaal des Stadtmuseums waren die KIB-Pläne teilweise heftig kritisiert worden (DNN berichteten). Grünen-Stadtrat Löser hatte bei der Veranstaltung einen parteiübergreifenden Appell an den Investor vorgeschlagen, aber schon damals darauf hingewiesen, dass es bei Bauprojekten nicht nur eine Meinung gebe. Auch deshalb hat es wohl nun mehr als einen Monat gedauert, bis das Schreiben zustande kam. Das Staffelgeschoss auf der Seite zur Schütz-Residenz bezeichnen die Autoren als „unpassend“ und wünschen sich ein Satteldach. Die Fassade sollte dort historisch ausgeformt werden. Die geplanten Flachdächer sollte der Investor zumindest begrünen, bislang sei die Dachvariante „unschön und einfallslos“, Technikaufbauten würden stören. Als Eckgebäude zum Kulturpalast habe das Moritzhaus eine hohe städtebauliche Relevanz, meinen die Verfasser des Appells. Die KIB sollte prüfen, „inwiefern Kunst am Bau die Wirkung des Gebäudes steigern könnte“.

KIB-Geschäftsführer Sebastian Greim hatte bislang weitere Änderungen ausgeschlossen. Die Firma besitzt bereits eine Baugenehmigung. Zudem sind die jetzigen Pläne auch das Ergebnisse von rechtlichen Auseinandersetzungen mit Nachbar-Investoren. Daher wird bislang davon ausgegangen, dass die KIB wenig Interesse an weiteren Änderungen hat. Am Donnerstag war aus Nürnberg keine Stellungnahme zu erhalten.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, begründete Gunter Thiele, dass es trotz der Umstände zu dem Schreiben gekommen sei. Er traue den Architekten zu, eine bessere Lösung zu finden. Das Schreiben sei ein Kompromiss. So sieht es auch Thomas Löser von den Grünen. Bei einem Projekt mit einer so langen Vorgeschichte und einer gültigen Baugenehmigung könnten jetzt keine Maximalforderungen mehr aufgestellt werden. Für den Blick von der Frauenkirche aus auf das gesamte Ensemble sei beispielsweise die Dachgestaltung bedeutsam. „Deshalb sollten wir einen Versuch machen“, meinte Löser.

Von Ingolf Pleil

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