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Lokales Stadtmauer statt Hotel: Petition könnte Bauprojekt vor Dresdner Gewandhaus stoppen
Dresden Lokales Stadtmauer statt Hotel: Petition könnte Bauprojekt vor Dresdner Gewandhaus stoppen
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23:34 09.09.2015
Das Archivfoto aus dem Jahr 2001 zeigt die Künstlerin Ellen Kobe, die den Verlauf der Stadtmauer vor dem Gewandhaushotel mit roten Tulpen bepflanzen ließ. Quelle: Archiv

Damit er sein Vorhaben verwirklichen kann, muss er das Grundstück von der Stadt kaufen. Doch die Front gegen den von der Verwaltung geplanten Grundstücksverkauf wird immer breiter.

Zuerst stellte sich der Ortsbeirat Altstadt auf die Hinterbeine: In Dresden gebe es schon genug Hotels. Das Filetstück in der Innenstadt habe Besseres verdient, argumentierten die Ortsbeiräte. Im Bauausschuss gab es städtebauliche Bauchschmerzen mit der geplanten Architektur des Hotelneubaus, aber eine knappe Mehrheit für den Grundstücksverkauf (DNN berichteten).

Da lag das unscheinbare Schreiben noch nicht vor. Es wurde am Montag den Mitgliedern des Finanzausschusses kommentarlos auf den Tisch gelegt. "Petition" ist das Schreiben überschrieben, der anonymisierte Verfasser bittet den Ersten Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP), den Verkauf des Grundstücks an der Ringstraße zu stoppen. Grund: "In dem Grundstück liegen Teile der Festungsmauer. Diese war im 19. Jahrhundert nach dem Abriss der Stadtmauer überbaut worden. Die Stadtmauer galt damals als Hindernis für die Stadtentwicklung", so der Verfasser der Petition.

Das deckt sich mit den Erinnerungen des Bauingenieurs Rolf Schreiter, der in den frühen 1990er Jahren eine Baugrunduntersuchung für einen Investoren auf dem Grundstück erarbeitet hat, wie er DNN berichtete. Der Bagger sei schnell auf die Mauer gestoßen, so Schreiter. "Ich halte es nicht für möglich, auf dem Grundstück eine Tiefgarage zu errichten." Der Autor der Petition kann Schreiters Worte bildhaft belegen: Er hat eine Fotografie beigelegt, auf der das freigebaggerte Grundstück zu sehen ist. Kurz unterhalb der Gehwegkante verläuft eine gewaltige Mauer quer durch die Grube.

"Ich fühle mich von der Verwaltung hinters Licht geführt", erklärt Thomas Blümel, Geschäftsführer der SPD-Stadtratsfraktion. Im Bauausschuss hätten die Stadtplaner klipp und klar erklärt, der Einbau eines kompletten Kellergeschosses auf dem Grundstück sei kein Problem. "Wenn ich mir jetzt das Foto ansehe und dazu den Bericht von Herrn Schreiter lese, dann kommen mir ganz erhebliche Zweifel", so Blümel. "Ich glaube, die Aussage der Verwaltung ist nicht richtig."

Der Grundstückverkauf soll vom Stadtrat entschieden werden. In den Fraktionen von Linken und SPD zeichnet sich eine Mehrheit gegen das neue Hotel ab. "Ich könnte mir dort etwas völlig anderes als ein Hotel vorstellen. Wir sollten die alten Mauern freilegen und als touristische Attraktion herrichten", so Blümel. Ihm schwebt ein kleines "Forum Romanum" - die erhaltenen Mauern des alten Rom sind ein Touristenmagnet - für Dresden vor.

Schon 2001 hat die Künstlerin Ellen Kobe ein Projekt verwirklicht, das an der Ringstraße den Verlauf der alten Stadtmauer gezeigt - er wurde damals mit roten Tulpen bepflanzt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.04.2015

Thomas Baumann-Hartwig

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