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Lokales Stadtbild-Initiative kritisiert Lennéplatz-Pläne
Dresden Lokales Stadtbild-Initiative kritisiert Lennéplatz-Pläne
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08:04 18.06.2018
Die Studie der Wuppertaler Architekten zur städtebaulichen Struktur des Wohnquartiers. Zur endgültigen Architektur sagt die Studie allerdings noch nichts aus. Quelle: Archiv
Dresden

Im Streit um die geplante Bebauung am Lennéplatz hat sich jetzt auch die Bürgerinitiative Stadtbild Dresden (Eigenschreibweise StadtbilDD) eingeschaltet. In einem offenen Brief an Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) kritisiert das Bündnis die Gestaltung des Komplexes, fordert erhebliche Nachbesserungen sowie einen „Masterplan Hochhäuser“ für Dresden und ein entschlosseneres Auftreten der Stadtverwaltung gegenüber Investoren. Die Pläne für die Brache zwischen dem Lennéplatz und der Wiener Straße, die unter anderem ein Hochhaus mit bis zu 15 Geschossen vorsehen, sorgen bereits seit einigen Wochen für eine Kontroverse.

Die städtebauliche Planung des Wettbewerbgewinners, so moniert die Initiative, erinnere durch monotone Zeilenbauten und die einfache Struktur des Hochhauses an Projekte der 70er und 80er Jahre, heißt es im ans Rathaus adressierten Schreiben. Das erscheine nicht mehr zeitgemäß, so die Mitstreiter der Initiative. Zudem würden die Entwürfe keine Rücksicht aufs Umfeld nehmen. Der Stadtraum sollte eine lebendige Komposition aus Raumfolgen sein. Das ließen die bisherigen Planungen vermissen – obwohl Bürgerwiese und Großer Garten in Nachbarschaft des Projektes gelegen seien.

Die Mitglieder von Stadtbild Dresden sehen „hier durch die Weigerung sich an dresdentypischen Maßstäblichkeiten zu orientieren die Gefahr eines längst überwunden geglaubten Städtebaus, bei dem der bebaute Raum wie auch der Grünraum durch Degradierung zum Abstandsgrün zum bloßen Immobilienabfall zu verkommen droht.“ Das Bündnis fordert eine offene Bauweise und verweist dabei auf die neu hochgezogene Bebauung zwischen der Wiener Straße und dem Bahndamm in direkter Nachbarschaft. Zumindest müsse aber in der Fassadenarchitektur und durch eine bewegte Dachlandschaft die Monotonie aufgebrochen werden. Das angedachte Hochhaus könnte durch Rundungen und Verjüngungen nach oben zudem organischer wirken.

Zugleich gibt die Initiative zu bedenken, Hochhausprojekte nicht über das Stadtgebiet zu verteilen, sondern sie an einigen Orten zu gruppieren. Als Beispiel wird in dem Schreiben der Bereich um die Ammonstraße/Freiberger Straße am World-Trade-Center genannt. Es sei eine Aufgabe vorausschauender Stadtplanung und Stadtpolitik, in einem „Masterplan Hochhäuser“ festzulegen, wo und wie künftig in Dresden Hochhäuser gebaut werden können – und wo nicht. Eine Forderung, die jüngst auch Grünen-Stadtrat Thomas Löser aufgemacht hatte.

Das Bündnis wirft in dem Brief zudem die Frage auf, wie es trotz vielfach wiederholter Fehler im Hinblick auf eine stadtbildprägende Architektur möglich sei, dass „immer noch primär die Interessen der Großinvestoren bedient“ werden – ohne Rücksicht auf die Interessen der Bürger. Die Initiative fordert Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain auf, zu prüfen, wie die Stadt noch Einfluss auf Nachbesserungen nehmen kann. In jedem Fall sei es an der Stadt, „in Gesprächen mit Nachdruck“ eine Bereitschaft für Änderungen zu erwirken. Wegen eines Verfahrensfehlers besteht zum Projekt mit dem Hochhaus zunächst ohnehin noch Beratungsbedarf.

Von Sebastian Kositz

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