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Stadt will Dresdner Ratskeller künftig vermieten

Veranstaltungsraum Stadt will Dresdner Ratskeller künftig vermieten

Geburtstagsfeiern und Schuleinführungen im Ratskeller? Ab Januar 2018 soll das möglich sein. Die Stadt hat das historische Gewölbe für 1,5 Millionen Euro sanieren lassen und will es jetzt für Veranstaltungen vermieten. Was die schöne Kulisse kosten soll, steht aber noch nicht fest.

Das Gewölbe wurde mit Liebe zum Detail saniert.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Das Ende ist in Sicht: Nach sechs Jahren wird die Sanierung des Ratskellers in wenigen Wochen beendet. „Die Arbeiten werden bis Ende November abgeschlossen sein“, kündigte Stadtsprecher Kai Schulz jetzt auf Anfrage der DNN an. Seit der verheerenden Flut 2002 stand das historische Gewölbe leer, nun soll neues Leben einziehen.

Eine Ausschreibung der Räumlichkeiten hat die Stadt aber noch nicht gestartet. „Ausschreibungen für die Nutzung und Betreibung des Ratskellers stehen in engem Zusammenhang mit der aktuell noch offenen Frage zur weiteren Nutzung beziehungsweise Sanierung des Rathauses.“ Das Gebäude am Dr.-Külz-Ring muss dringend weiter saniert werden, doch die Einzelheiten sind noch unklar. „Erst wenn hierüber der Beschluss gefasst ist, kann über den Inhalt und den Zeitpunkt der anstehenden Ausschreibung beraten und entschieden werden“, so Schulz.

Ab Januar 2018 soll der Ratskeller zunächst einmal als Versammlungsstätte genutzt werden. „In dem Rahmen können vielfältige Versammlungen inklusive der damit einhergehenden Bewirtung oder des Caterings realisiert werden“, erklärt Schulz die Vorstellungen der Verwaltung. Der Raum stünde dann zur allgemeinen Vermietung, also für jedermann, zur Verfügung. Die genauen Rahmenbedingungen und Konditionen würden gegenwärtig noch fixiert.

Rund 1,5 Millionen hat die Stadt seit Beginn der Arbeiten 2011 in den Ratskeller investiert. Das Geld sei im Wesentlichen in die Verbesserung des Brandschutzes und die Erneuerung haustechnischer Anlagen geflossen. So wurde auch ein zweiter Fluchtweg zum Hof geschaffen. Es habe sich dabei um die Erfüllung bauordnungsrechtlicher Pflichten oder um Substanzerhalt gehandelt. „Wir mussten die Arbeiten ausführen lassen“, so Schulz.

Die SPD-Fraktion im Stadtrat hält als langfristiges Ziel an der Wiederbelebung einer Gastronomie im Ratskeller fest, erklärte Fraktionsgeschäftsführer Thomas Blümel. „Wir verkennen aber nicht die Probleme bei dieser Aufgabe und begrüßen deshalb die Bemühungen der Verwaltung, das Gewölbe wiederzubeleben.“ Es sei ein Lichtblick nach mehr als 15 Jahren Leerstand, wenn wieder Veranstaltungen im Ratskeller stattfinden würden.

Die Stadt hatte Anfang des Jahres eine Gastronomie im Ratskeller verworfen. Es habe sich trotz vielfältiger Bemühungen kein Betreiber gefunden, hieß es (DNN berichteten). Die Idee, im Ratskeller eine Mittagsversorgung für die Rathausmitarbeiter einzurichten, funktioniere nicht, so Blümel. „Abends ist das fehlende Tageslicht kein Problem. Aber tagsüber wird das schwierig.“ Wenn das Rathaus eines Tages komplett saniert ist und sich Staub und Baulärm verzogen haben, müsse die Frage einer Gaststätte im Rathaus neu diskutiert werden, so der Sozialdemokrat.

Die erste Gastronomie in den Gewölberäumen wurde 1910 mit dem „Ratsweinkeller“ eröffnet, der bis zu 700 Besucher fasste. Nach Jahren des Krieges und der Zerstörung eröffnete am 1. März 1966 die HO-Gaststätte „Ratskeller“ im Kellergeschoss des Rathauses. Hier konnten 380 Gäste gleichzeitig bedient werden. Nach der Wende 1990 lief das Restaurant zunächst gut, hatte aber schon vor der Schließung 2002 seine besten Zeiten hinter sich.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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