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Lokales Stadt verteidigt Vorschlag zur Unischule gegen Kritik
Dresden Lokales Stadt verteidigt Vorschlag zur Unischule gegen Kritik
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11:02 26.04.2018
An der Cämmerswalder Straße könnte die Unischule an den Start gehen, der Standort muss dafür aber erweitert werden. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Die Stadt verteidigt ihren Vorschlag für den Umzug der geplanten Universitätsschule auf die Cämmerswalder Straße. „Der Schulstandort hat eine bis zu 4-zügige Kapazität für eine Grundschulnutzung (16 Klassen) oder eine bis zu dreizügige Kapazität für eine Oberschulnutzung (18 Klassen)“, teilte die Stadt auf Anfrage mit. Wie an anderen Schulstandorten auch seien bauliche Erweiterungsmöglichkeiten grundsätzlich vorhanden. Es gebe dazu aber bisher noch keine Planungen und damit keine Kostenschätzungen.

Vorgründung der 150. Oberschule soll verschoben werden

Der Standort ließe sich damit an den Bedarf der Unischule anpassen. Das Versuchsprojekt, mit dem die TU Dresden völlig neue Wege für Lernen und Lehren erforschen will, sollte ursprünglich an der Pfotenhauerstraße am Standort der 101. Oberschule im August dieses Jahres starten. Darüber hatten sich jedoch heftige Diskussionen entwickelt, unter anderem entstanden an der Oberschule erhebliche Verdrängungsängste. Schließlich verschoben Stadt, Land und TU den Start der Unischule auf August 2019 und forderten eine neue Standortentscheidung.

Dazu hat die Stadt jetzt einen Vorschlag für den Stadtrat auf den Tisch gelegt. Demnach soll die Unischule auf die Cämmerswalder Straße ziehen. Die 126. Grundschule, die dort entstehen sollte, wird ganz aufgegeben, weil der geringe Bedarf an Grundschulplätzen in dem Stadtgebiet von der Unischule mit abgefangen werden könne. Die Vorgründung der 150. Oberschule, die ebenfalls auf der Cämmerswalder Straße geplant war, soll möglichst so lange verschoben werden, bis der endgültige Standort, ein Neubau an der Freiberger Straße, fertig ist.

Stadtrat entscheidet frühestens am 7. Juni

In einer ersten Reaktion hatte die Bildungspolitikerin der SPD, Dana Frohwieser, sich verwundert gezeigt, dass die Stadt kaum zwei Wochen nach der Entscheidung der Steuerungsgruppe einen neuen Vorschlag auf den Tisch legt, während in der vorangegangenen Diskussion um die Gründung der Unischule teilweise mehr als ein Jahr vergangen sei, bis Vorlagen auf den Tisch kamen. Sie verwies auch darauf, dass die Stadtverwaltung bislang kein Interesse an einer Erweiterung des Standorts Cämmerswalder Straße gezeigt hätte.

Für die Unischule, die im Grundschulbereich und im Oberschulbereich jeweils dreizügig werden soll, ist letztlich Platz für 30 Klassen notwendig. Außerdem gebe es bislang keine Aussage, wie die Aufwertung des Schulstandorts an der Pfotenhauerstraße erreicht werden soll, der mit der Ansiedlung der Unischule auch auf Wunsch der Schulleiter der 101. Oberschule und der 102. Grundschule (ebenfalls an der Pfotenhauerstraße) angestrebt worden war.

Auch der von der Uni geforderte Beschluss über die Zukunft der Versuchsschule bis Ende Mai wird knapp verfehlt. Ein Entscheidung steht im Stadtrat nun frühestens am 7. Juni auf der Tagesordnung, aufgrund der üblichen Abläufe ist das kaum noch anders möglich. Die Stadt beteuerte jedoch, dass ihr eine möglichst zeitnahe Entscheidung des Stadtrates, ob ein neuer Standort festgelegt wird, wichtig sei. Wichtig sei der Verwaltung auch eine umfassende Debatte darüber. Mit der Einbeziehung von fünf Ortsbeiräten werde das gelingen, ohne dass Sondersitzungen nötig wären.

Umzug auf die Cämmerswalder denkbar

Favorisieren würde die Verwaltung eigentlich eine Variante, bei der die 101. Oberschule die Trägerschaft über den Schulversuch übernimmt und dann statt der Gründung der Unischule parallel zu den regulären Klassen „Schulzweige“ für den Schulversuch im Grund- und Oberschulbereich gebildet würden. Das hält die Verwaltung im Stadtrat jedoch nicht für mehrheitsfähig.

Diskussionen könnte es aber auch über weitere Punkte der vorgeschlagenen Umzugsvariante geben. So gehört für die Stadt zu dem Paket auch der Umzug des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) „Franz Ludwig Gehe“ vom Leutewitzer Ring in Gorbitz in einen Neubau auf die Boxberger Straße dazu. Gleichzeitig könnte ein neues Gymnasium in einem Neubau an der Cockerwiese entstehen. Das würde die Stadt jedoch lieber in Johannstadt sehen und mit der 101. Oberschule tauschen.

Heike Ahnert, Bildungspolitikerin der CDU, wollte die Vorlage zunächst eingehend prüfen. Ein Umzug der Unischule auf die Cämmerswalder Straße sei denkbar. Skeptisch sieht sie jedoch den Umzug des BSZ nach Prohlis und die Gymnasiumsgründung auf der Cockerwiese.

Mit Blick auf die besonderen Herausforderungen für die 101. und die 102. Schule in der nördlichen Johannstadt, die unter anderem mit einem hohe Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund verbunden sind, verwies die Stadtverwaltung auf „eine Gesprächsrunde mit Bildungsakteuren aus der nördlichen Johannstadt und Vertretern der Verwaltung in der vergangenen Woche“, die fortgesetzt werden soll. Dabei gehe es um die Kooperation der Akteure genauso wie die Frage von „zusätzlichen Ressourcen oder zu verbessernden Arbeitsbedingungen“.

Von Ingolf Pleil

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