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Lokales Stadt streicht Gedenken auf Dresdner Heidefriedhof am 13. Februar
Dresden Lokales Stadt streicht Gedenken auf Dresdner Heidefriedhof am 13. Februar
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09:17 02.12.2015
Eine zentrale Gedenkveranstaltung am 13. Februar auf dem Heidefriedhof wie hier 2013 sollte es nach Ansicht der CDU weiter geben. Quelle: Archiv
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Dresden

Die Landeshauptstadt Dresden lässt am 13. Februar 2016 die zentrale Gedenkveranstaltung auf dem Heidefriedhof ausfallen. Das teilte Stadtsprecher Kai Schulz auf Anfrage der DNN mit. "Nein, es wird keine zentrale Gedenkveranstaltung auf dem Heidefriedhof geben."

Schulz verwies auf die Menschenkette, die die Stadt gemeinsam mit der Arbeitsgruppe 13. Februar plane. "Darüber hinaus sind zahlreiche Aktivitäten von Vereinen und Verbänden an verschiedenen Gedenkorten in Dresden vorgesehen." Diese würden aber nicht von der Stadtverwaltung, sondern von der Zivilgesellschaft organisiert werden, so der Stadtsprecher.

Bereits in diesem Jahr zum 70. Jahrestag der Bombardierung Dresdens hatte es keine Gedenkveranstaltung an den Gräbern der Bombenopfer auf dem Heidefriedhof gegeben. Stattdessen hatte die Stadt zu einer Gedenkveranstaltung in die Frauenkirche eingeladen, die Gedenkrede hatte Bundespräsident Joachim Gauck gehalten. Die Jahre zuvor hatten das Dresdner Stadtoberhaupt, Vertreter des Freistaats und auch der Vereinigten Staaten von Amerika und des Königreichs Großbritannien auf einer zentralen Gedenkveranstaltung der Bombenangriffe auf Dresden am Ende des Zweiten Weltkriegs gedacht.

Sebastian Kieslich, im CDU-Kreisvorstand für die Erinnerungspolitik verantwortlich, kritisierte die Absicht der Stadt entschieden. "Die traditionelle Veranstaltung auf dem Heidefriedhof ist wichtig für die Identität der Stadt", erklärte er. Das Gedenken auf dem Heidefriedhof richte den Blick ja nicht nur zurück, sondern auch nach vorn. "Ich spreche von Versöhnung. Über die verschiedensten Richtungen hinweg haben die Vertreter der Stadtgesellschaft an diesem Tag zusammengestanden."

Die Menschenkette könne nur eine ergänzende Form sein, eine zentrale Gedenkveranstaltung ersetzen könne sie nicht. "Es gab ja nie ein Gegeneinander von Gedenkveranstaltung und Menschenkette, sondern ein Miteinander." Die frühere Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) hatte erst auf dem Heidefriedhof eine Rede gehalten und danach zum Auftakt der Menschenkette vor dem Rathaus gesprochen.

Zum 70 Jahrestag sei der Verzicht auf das zentrale Gedenken nachvollziehbar gewesen, so Kieslich. "Ich halte es aber für falsch, an diesem Verzicht festzuhalten. Wenn ich das Gedenken nicht fortführe, wird die Anonymität der Opfer verstärkt." Für ihn gehöre es am 13. Februar zum Gedenken, dass sich das Stadtoberhaupt auf dem Heidefriedhof vor den Gräbern der Kriegsopfer verneigt, so Kieslich. "Wenn die Stadt gar nichts macht, dann ist das eine vertane Chance."

Kieslich erinnert an einen Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2012, in dem Orosz aufgefordert wurde, Vorschläge für die zukünftige Gestaltung des zentralen Dresdner Gedenktages zu unterbreiten. Er halte es durchaus für möglich, dass statt der Stadt ein Verein die Veranstaltung auf dem Heidefriedhof organisiert. "Das müsste jetzt in die Wege geleitet werden. Wenn wir nichts tun, werden andere die Räume besetzen", mahnt der CDU-Kreisvorstand.

Thomas Baumann-Hartwig

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