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Stadt sagt Brunnentag ab – aber er findet trotzdem statt

Organisationsaufwand zu hoch Stadt sagt Brunnentag ab – aber er findet trotzdem statt

Seit 18 Jahren gibt es immer am ersten Sonnabend im Mai in Dresden einen Brunnentag. Zwischen 600 und 1200 Besucher machten sich jedes Jahr auf, um im Rahmen von Führungen mehr über die Wasserspiele, ihre Entstehung und ihre Bedeutung zu erfahren. Doch jetzt hat die Stadt den nächsten Brunnentag abgesagt. Aber er findet trotzdem statt.

Fontäne des Springbrunnens im Zwinger
 

Quelle: Dietrich Flechtner (Archiv)

Dresden. Seit 18 Jahren gibt es immer am ersten Sonnabend im Mai in Dresden einen Brunnentag, zunächst unter Schirmherrschaft der Drewag, dann unter Schirmherrschaft der Stadt. Im Rahmen von Führungen – eingebettet in ein kleines Programm – werden interessierten Besuchern die überaus zahlreichen und oft geschichtsträchtigen Brunnen der Stadt nahe gebracht. Wie beliebt dieses Angebot ist, zeigt die Besucherzahl. Zwischen 600 und 1200 Besucher machten sich jedes Jahr auf, um mehr über die Wasserspiele, ihre Entstehung und Bedeutung zu erfahren. Damit soll jetzt Schluss sein, denn die Stadt hat den nächsten Brunnentag abgesagt.

Die Gründe für die Entscheidung seien vielfältig, heißt es aus dem Geschäftsbereich Umwelt. „Zum einen sind in den zurückliegenden 18 Jahren die Mehrzahl der Dresdner Brunnen (und teilweise die des Umlandes) umfassend und teilweise mehrfach vorgestellt worden. Der Aufwand für die Organisation und Durchführung des Brunnentages ist immer größer geworden. Es sind zahlreiche rechtliche Vorgaben von der GEMA bis hin zu Anforderungen an die Sicherheit zu beachten. Diesen Anforderungen in vollem Umfang nachzukommen, ist für das Brunnentagsteam immer schwieriger geworden und mit einem teilweise nicht mehr zu vertretenden Aufwand verbunden.“

Die Brunnen vor dem Kulturpalast in einer Aufnahme von 1981

Die Brunnen vor dem Kulturpalast in einer Aufnahme von 1981.

Quelle: Karl-Heinz Kloppisch

 Zum anderen habe besagtes Team, das zum Teil aus ehrenamtlichen Mitgliedern bestehe, „nicht die Kapazitäten einer professionellen Veranstaltungsagentur, um eine Veranstaltung dieser Größenordnung inhaltlich zu verantworten und unter Berücksichtigung aller gesetzlichen Vorgaben ordnungsgemäß durchzuführen“, argumentiert die Stadtverwaltung weiter.

Für Eberhard Grundmann und Detlef Eilfeld – zwei Profi-Wassertechniker, die alljährlich ehrenamtlich das Brunnentagsprogramm organisierten und inhaltlich ausfüllten – kam die Entscheidung völlig überraschend. „Den Besuchern vergangenes Jahr wurde gesagt, dass es auch dieses Jahr wieder einen Brunnentag gibt. Und es fand ja auch schon ein Termin auch mit städtischen Vertretern statt, wo wir den Ablauf des 19. Brunnentages am 6. Mai 2017 besprochen haben.“ Doch die ganze Arbeit, die namentlich Grundmann und Eilfeld schon in die Organisation gesteckt haben, soll nun für die Katz sein.

„Das nehmen wir nicht hin, dafür war die Veranstaltung viel zu erfolgreich“, sagt Detlef Eilfeld. Er habe sich deshalb jetzt den Hut für das Ganze aufgesetzt. „Es wird also trotzdem einen Brunnentag geben, wenn auch mit einem etwas abgespeckten Programm.“ Auf jeden Fall sei „Musica Animae“ wieder mit von der Partie. Treff ist am 6. Mai vor dem Kulturpalast. Informationsflyer werden in diesen Tagen im Geschäft der Wassertechnik Dresden GmbH, Bahnhofstraße 97, und in den Geschäften auf der Dorfmeile Zschachwitz ausliegen. Auf diesen können die Brunnentagsbesucher im Übrigen auch ihre Stimme abgeben, ob es einen 20. Brunnentag geben soll oder nicht.

Brunnentags-Teilnehmer – versammelt am 7

Brunnentags-Teilnehmer – versammelt am 7. Mai 2016 am Schalenbrunnen im Dahliengarten.

Quelle: Anja Schneider

Das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft sei, wie in der Mitteilung aus dem Rathaus zu lesen ist, „mit den Brunnentags-Partnern ... weiter im Gespräch, wie die Dresdner Brunnen einem möglichst breiten Publikum präsentiert werden sollen und gegebenenfalls auch neue Zielgruppen angesprochen werden können.“

Zunächst gebe es im Rahmen der diesjährigen Dresdner Gartenspaziergänge, die sich den öffentlichen Grünanlagen der 1950er und 1960er Jahre widmen, auch zwei Brunnenführungen.

Von den Dresdner Stadtratsfraktionen äußerte sich zur Abschaffung des Brunnentages nur die AfD von sich aus zum Thema. „Es ist eine schlechte Entscheidung, wenn man auf diese schöne, historisch und künstlerisch ansprechende Veranstaltung verzichtet“, findet der umweltpolitische Sprecher der Dresdner AfD-Fraktion, Jörg Urban, MdL. Aus seiner Sicht wären „beispielsweise die 60 000 Euro anstatt für ein neues ‚Denkmal‘ für den Brunnentag besser eingesetzt. Den Brunnentag zu erhalten wäre daher Kulturförderung im Interesse der Dresdner Bürger.“

Brunnenführungen

Führungen zum Brunnentag:

6. Mai, 10 Uhr: Eröffnung des Brunnentages vor dem Kulturpalast Dresden neben den drei Brunnenanlagen; Begrüßung durch Detlef Eilfeld und Eberhard Grundmann; im Anschluss gibt es Informationen zu den Brunnenanlagen vor dem Kulturpalast

6. Mai, ca. 11 Uhr: Brunnenanlage auf dem Altmarkt; Tiefe Einblicke – der Besuch der Technikräume wird möglich sein; ca. 12 Uhr voraussichtliches Ende der Veranstaltung

Meinungsäußerungen zum Brunnentag und Vorschläge werden unter wt@eilfeld.de entgegengenommen

www.dresdner-brunnen.de

Brunnenführungen im Rahmen der Dresdner Gartenspaziergänge:

16. August, 16 Uhr: Altstadt - Glasbrunnen; Elefant im Wohnhof Weiße Gasse; Brunnen Kulturpalast; Treff: Glasbrunnen, Grunaer Str. 2 in Dresden

30. August, 17 Uhr: Johannstadt - „Flugwille des Menschen“ und Zwillingsbrunnen; Treff: Flugwille des Menschen, Güntzstraße/Ecke Striesener Straße

Von Catrin Steinbach

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