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Lokales Stadt plant neue Radlerstreifen im Dresdner Osten
Dresden Lokales Stadt plant neue Radlerstreifen im Dresdner Osten
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16:52 12.09.2018
Radfahrer wie Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (l.) und Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhard Koettnitz können nun auf einem geschlossenen Radweg über die Winterbergstraße zum Großen Garten gelangen. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Neuer Asphalt auf einigen Dutzend Metern, zwei Monate Bauzeit, 60 000 Euro Baukosten. „Es ist ein kleines Stück“, sagt Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhard Koettnitz über den frisch ausgebesserten Radweg an der Winterbergstraße. „Aber ein wirksames Stück“, wie er anfügt. Den im ganz Kleinen geht es auch ein wenig ums große Ganze.

Das große Ganze, das ist das Radverkehrskonzept, in das sich die Stadt im vergangenen Jahr bis 2025 zu erledigende Maßnahmen geschrieben hat. Im Moment arbeite man vorrangig daran, die Lücken in der West-Ost-Radverbindung zu schließen, sagt Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). Im Zentrum der Überlegungen: Die Winterbergstraße, die zwischen Großen Garten und Dobritzer Straße verläuft, und ihre Fortführung An der Rennbahn und Breitscheidstraße. Im vergangenen Jahr wurde dort zwischen der Einfahrt in den Großen Garten und der Liebstädter Straße eine der damals zwei Fahrbahnen in jeder Fahrtrichtung einem Schutzstreifen für Radler geopfert. Die Hauptroute für Radler, die rund 500 000 Radler im Jahr nutzen, sollte attraktiver werden, begründet Schmidt-Lamontain.

Nachdem nun die Holperstrecke zwischen dem Dobritzer Weg und der Zufahrt zur Margon-Arena beseitigt wurde, gebe es eine „durchgehende Verbindung über den Großen Garten und die Winterbergstraße bis Altdobritz“, wie Schmidt-Lamontain sagt. Nebenbei hat man hinter zwei im Radverkehrskonzept bemängelte Stellen ein Häkchen setzen können. Allerdings stehen an der Überfahrt der Winterbergstraße in den Großen Garten noch Arbeiten an. Radler werden dort über den Gehweg geführt. „Das wollen wir übersichtlicher gestalten“, sagt Amtsleiter Koettnitz. Die Planungen dazu laufen, wahrscheinlich werde dort 2019 gebaut.

Das sieht am anderen Ende der Strecke schlechter aus. Über die nun auf Vordermann gebrachte Route kommen Radler ganz gut Richtung Pirnaer Landstraße und auf die dortigen Radverkehrsanlagen. Was aber mit Radlern, die Richtung Niedersedlitz weiterfahren wollen? Sie müssen auf der engen Straße An der Rennbahn weiterfahren, was derzeit kein Vergnügen ist. In Richtung Stadtzentrum müssen Radler auf den Gehweg ausweichen, in stadtauswärtiger Richtung auf der engen und kurvenreichen Strecke im Verkehr mitschwimmen. „Wir wollen auch dort Radverkehrsanlagen hinbringen“, kündigt Koettnitz an. Das könne aber eine Weile dauern. Weil die Straße zu schmal ist, könne das nicht ohne Grundstückserwerb geschehen.

Anders sieht das etwas weiter in stadtauswärtiger Richtung auf der Breitscheidstraße aus. Auch sie ist vielbefahren, aber deutlich breiter als An der Rennbahn. Dort laufen die Planungen für Radwegsmarkierungen. Verlaufen diese ohne größere Probleme, könnte im Abschnitt bis Moränenende ebenfalls 2019 gebaut werden, sagt Koettnitz.

Es tut sich also etwas. Das zu zeigen, ist dem Verkehrsbürgermeister wichtig. „Mein Ziel ist es, dass deutlich mehr Menschen im Alltag mit dem Rad in Dresden unterwegs sind“, sagt er. „Wir haben in der letzten Zeit einige Anstrengungen unternommen, um Radfahren in der Landeshauptstadt attraktiver und sicherer zu machen.“ Allerdings bisher ohne durchschlagenden Erfolg. 3,5 Prozent des Radverkehrskonzepts (knapp 17 von 447 Maßnahmen) sind laut einer Statistik des Fahrradclubs ADFC Dresden bisher umgesetzt, aber schon knapp 17 Prozent der verfügbaren Zeit bis Ende 2025 verstrichen. Einen Rückschlag gab es zudem an der Albertstraße, die nach dem Vorbild der Winterbergstraße zwischen Carolaplatz und Albertplatz neue Radwege und statt zweier Fahrspuren in jeder Richtung überbreite Fahrspuren erhalten sollte. Weil die Ausschreibung der Bauleistung geplatzt ist, müsse nun neu ausgeschrieben werden. „Wir hoffen auf eine Umsetzung im nächsten Jahr“, sagt Amtsleiter Koettnitz.

Weitere Bemühungen gibt es derzeit in Wachwitz, wo ein Feldweg zum ordentlichen Elberadweg asphaltiert wird, auf dem Körnerweg, wo das erste Stück mit gekröneltem Sandsteinpflaster Ende des Monats freigegeben werden soll und am Alberthafen, wo die Stahlbrücke im Zuge des Elberadwegs bis zum Frühjahr 2019 saniert wird. „Nachdem wir nun sieben Planer für Radverkehrsanlagen neu angestellt haben, gehen die Planungen für weiter Maßnahmen nun voran“, verspricht Schmidt-Lamontain, die Schlagzahl zu erhöhen. „Da ist jetzt etwas ins Rollen gekommen.“

Übersichtskarte vom ADFC: www.radwatch-dresden.de

Von Uwe Hofmann

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