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Lokales Stadt muss Aufstockung eines Hauses in Dresden-Hosterwitz genehmigen
Dresden Lokales Stadt muss Aufstockung eines Hauses in Dresden-Hosterwitz genehmigen
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14:34 20.07.2017
Blickbeziehungen nicht beeinträchtigt: Der Neubau in Hosterwitz darf um eine Etage aufgestockt werden.  Quelle: Archiv
Dresden

 Zwischenerfolg für die gemeinnützige Johann Carl Müller-Stiftung: Die vom früheren Wirtschaftsbürgermeister Rolf Wolgast (SPD) geführte Stiftung darf ihren im Umfeld des Pillnitzer Schlossparks gelegenen zweistöckigen Neubau um ein weiteres Geschoss aufstocken. Das hat das Verwaltungsgericht Dresden in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil beschlossen. Die 7. Kammer des Gerichts verpflichtete die Landeshauptstadt Dresden, einen Bauvorbescheid für die geplante Aufstockung zu erteilen.

Namensgeber der Stiftung ist der 1944 verstorbene Zigarettenfabrikant Johann Carl Müller. Die Stiftung sanierte von 2000 bis 2003 das denkmalgeschützte Wohnhaus des Industriellen auf einem elbnahen Grundstück in Hosterwitz am Schlosspark Pillnitz und richtete dort fünf seniorengerechte Wohnungen ein. 2006 entstand ein Neubau mit 28 betreuten Wohneinheiten. Seit 2012 plant die Stiftung eine Aufstockung des Gebäudes um ein weiteres Geschoss, um wirtschaftlich arbeiten zu können.

Am 7. Februar reichte die Sitftung einen Antrag auf Bauvorbescheid bei der Landeshauptstadt ein, der am 17. Oktober des gleichen Jahres abgelehnt wurde. Das Amt für Kultur und Denkmalschutz stellte sich quer und begründete dies unter anderem damit, dass das Erscheinungsbild des Elbufers und die Blickbeziehungen beeinträchtigt würden. Am 7. Mai 2015 wies die Landesdirektion Sachsen den Widerspruch der Stiftung gegen die Ablehung zurück, am 20. Mai ging die Klage beim Verwaltungsgericht ein.

Nach Auffassung der Richter fügt sich die Aufstockung in die Umgebung ein. Denkmalschutzrechtliche Gründe würden nicht gegen das Vorhaben sprechen, so Gerichtssprecher Robert Bendner. Die Blickbeziehungen würden werder von Seiten des Kleinzschachwitzer Ufers noch von der Maille-Bahn aus wesentlich gestört. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache ließ die Kammer die Berufung zum Sächsischen Oberverwaltungsgericht zu.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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