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Stadt geht gegen Dresdens härteste Straßenmusik-Combo vor

Verstoß gegen gleich fünf Regeln auf der Prager Straße Stadt geht gegen Dresdens härteste Straßenmusik-Combo vor

Neue Regeln zur Straßenmusik? Kennen wir nicht, sagte sich Dresdens härteste Straßenmusikcombo und haute auf der Prager Straße in die Saiten. Polizei und Ordnungsamt brauchten etwas Zeit, um das wilde und verbotswidrige Verhalten zu stoppen.

Aufatmen: Polizei und Ordnungsamt beenden den Radau.
 

Quelle: Thomas Baumann-Hartwig

Dresden. Ein Anwohner der der Prager Straße formulierte es drastisch: „Das Geplärre geht einem auf den Sack!“ Die nette Dame von der Funkzentrale des Ordnungsamtes atmete hörbar durch: „Prager Straße? Da haben wir jede Menge Anrufe.“ Dresdens härteste Straßenmusikcombo hat ein krachendes Comeback gegeben und gegen alle Regeln verstoßen, die in der neuen Satzung zur Straßenmusik festgehalten sind.

Die Truppe aus der Slowakei hatte sich mehrere Tage in Dresden nicht blicken lassen. Doch am Mittwochmorgen erschienen die ersten Vorboten auf der Prager Straße: Kinder mit Pappbechern wurden von Erwachsenen dirigiert und bettelten Passanten an. Am Mittag packten die Damen und Herren Gitarren und Trommelkisten aus und traktierten in gewohnter Lautstärke die Gehörnnerven ihrer Mitmenschen.

Dabei verwirklichte die Großfamilie fünf Vergehen auf einen Schlag: Sie stellten sich direkt vor Peek & Cloppenburg auf der Prager Straße – dort ist Straßenmusik tabu. Sie hatten keine Genehmigung, sie hielten sich nicht an die Mittagspause und sie starteten ihre Performance mit neun Personen, darunter drei Kindern. Erlaubt sind Gruppen mit maximal fünf Mitgliedern. Und sie spielten sich an keinerlei Zeitbegrenzungen, erlaubt ist nur eine halbe Stunde Darbietung von der halben auf die volle Stunde.

Immerhin schafften es die „Musiker“, mehr als eine Stunde ungestört die Prager Straße zu beschallen. Erst als sie sich am Haupteingang von Karstadt aufstellten, rückten Ordnungsamt und Polizei an, um dem Treiben ein Ende zu setzen. Die „Künstler“ zeigten sich erstaunt vom Erscheinen der Staatsgewalt, stellten aber ihre ohrenbetäubenden Darbietungen ein. Ob sie künftig Genehmigungen beantragen wie andere Straßenkünstler auch? Weiter alle Regeln ignorieren oder in eine andere Stadt weiterreisen? Das wird vor allem davon abhängen, wie konsequent das Ordnungsamt die Regeln zur Straßenmusik durchsetzt.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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Veröffentlichung im Dresdner Amtsblatt
Konnte bisher jeder ohne Erlaubnis den öffentlichen Raum für Darbietungen nutzen, so müssen Interessenten jetzt eine Genehmigung für insgesamt 46 Spielbereiche beantragen.

Der Stadtrat hat die Satzung am 22. Juni beschlossen, am heutigen Donnerstag tritt sie in Kraft: Straßenkünstler benötigen nun eine Erlaubnis, wenn sie im öffentlichen Verkehrsraum auftreten wollen. Mit Veröffentlichung im Amtsblatt der Landeshauptstadt Dresden wird die Satzung in Vollzug gesetzt, nun kann der Gemeindliche Vollzugsdienst in Aktion treten.

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