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Lokales Stadt Dresden verbannt Alkoholwerbung von kommunalen Flächen
Dresden Lokales Stadt Dresden verbannt Alkoholwerbung von kommunalen Flächen
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14:36 19.07.2017
Generell soll es künftig keine Bewerbung von Suchtmitteln auf kommunalen Flächen mehr geben. Quelle: dpa-Zentralbild
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Dresden

 Im Juli 2015 hatte der Stadtrat einstimmig ein Strategiepapier für Suchtprävention beschlossen, jetzt gibt es darum Wirbel. Holger Zastrow, Vorsitzender der FDP/FB-Fraktion, spricht gar von Bevormundung. Konkreter Anlass war die Tatsache, dass das Weinfest, das am vergangenen Wochenende auf der Hauptstraße stattgefunden hat, nicht im Amtsblatt beworben werden durfte. Generell soll es künftig keine Bewerbung von Suchtmitteln auf kommunalen Flächen mehr geben. Für Zastrow ist das „scheinheilig“.

„Wenn Brauereien das Dresdner Stadtfest, Dixilandfestival oder den städtischen Fußballverein retten, sind sie willkommen, aber nicht im Amtsblatt oder auf Straßenbahnen?“, fragt der Fraktionsvorsitzende. Die Menschen seien in ihrer übergroßen Mehrheit mündig und bewusst genug, selbst zu entscheiden, was gut und was schlecht für sie ist. Ein Werbeverbot für Bier oder andere Lebensmittel lehne die Fraktion deshalb ab. „Wenn sich diese obskure Auffassung der Stadt durchsetzen würde, wären die Folgen für Kultur und Sport, Gastronomie und Hotellerie und für den Lebenswert unserer Stadt fatal“, so Zastrow.

Die städtische Suchbeauftragte Kristin Ferse hingegen spricht von Haltung. „Im Strategiepapier Wasser predigen und auf den Werbeflächen Wein trinken – das wäre ein fatales Signal und würde unseren Bemühungen, die Dresdner Bevölkerung zu einem risikoarmen Konsum zu bewegen (Ziel 1 des Strategiepapieres), vollkommen zuwider laufen“, sagt sie. Die Einschränkung, Suchtmittel nicht mehr zu bewerben, werde sukzessive bei allen neuen Verträgen für kommunale Werbeflächen durchgesetzt. Auch die Dresdner Verkehrsbetriebe würden in den nächsten Jahren derartige Werbung nicht mehr zulassen.

Dresdens Gesundheitsbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann kann die Kritik nicht verstehen: „Herrn Zastrows Interessen als Gastwirt und Inhaber einer Werbeagentur in allen Ehren – hier sollte er jedoch auch an die Menschen in unserer Stadt und seine Rolle als Stadtrat denken.“ Politiker und Suchtexperten hätten über das Für und Wider der Werbeeinschränkungen für Suchtmittel sehr ausführlich diskutiert, die Gremien des Stadtrats hätten über drei Monate beraten. „Bei diesem Diskurs waren meines Wissens auch Mitglieder der Fraktion, deren Vorsitzender Herr Zastrow ist, zugegen“, sagt Kaufmann. Und: „Übrigens hat uns neben der Kritik von Herrn Zastrow auch viel Lob aus der Fachwelt erreicht.“

Von Christin Grödel

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