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Lokales Stadt Dresden lässt 175 Gebetsteppiche von Mannheimer Künstler vor der Frauenkirche entfernen
Dresden Lokales Stadt Dresden lässt 175 Gebetsteppiche von Mannheimer Künstler vor der Frauenkirche entfernen
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17:21 09.09.2015
Quelle: Privat
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Denn am späten Nachmittag erschienen nach Angaben des Künstlers die Straßenreinigung mit zwei Lkw sowie mehrere Mitarbeiter des Ordnungsamtes, die „rabiat und ohne sich auszuweisen“ die Teppiche einfach entfernt haben.

„Ich bin ein Künstler der Meinungsfreiheit, Religion und Demokratie schätzt“, erklärte der Künstler aus Mannheim noch am Montagmorgen. Seine Aktion sollte nur einen Tag lang stattfinden, um ein Zeichen gegen die wöchentlichen Pegida-Demonstrationen zu setzen. Besonders gefreut hatte er sich am Morgen noch über die Reaktionen der Öffentlichkeit und besonders auf die der Pegida-Teilnehmer.

Doch nun wird es dazu nicht mehr kommen, denn die Teppiche mussten noch vor der Pegida-Kundgebung verschwinden. Grund: Die Aktion war nicht angemeldet. „Das konnte ich aber auch nicht, weil sich auch Pegida erst sehr spät entschieden hat, was und wo sie etwas machen“, erklärt der Künstler. Kein Wunder also, dass am Montagmorgen auch sofort die Polizei parat stand. Allerdings hatte der gebürtige Mannheimer bereits 6 Uhr morgens mit seinen Vorbereitungen begonnen, so dass beim Eintreffen der Beamten gegen 7.30 Uhr bereits alle Teppiche lagen. „Und das war nicht so einfach. Der Wind hat uns wirklich einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir konnten die Teppiche nur durch tausende Liter von Wasser beschweren“, erzählt der Künstler mit einem Schmunzeln.

Dennoch seien die Polizisten sehr kooperativ gewesen, haben die Angelegenheit an das Ordnungsamt der Stadt weitergegeben. "Die Auslegung der Teppiche auf dem Neumarkt war im Vorfeld weder als Kundgebung im versammlungsrechtlichen Sinne angezeigt noch als Sondernutzung beantragt. Die Teppiche wurden geräumt“, teilte die Stadtverwaltung auf Anfrage von DNN-Online mit. „Die nicht genehmigte Sondernutzung konnte auch nicht geduldet werden, da der Platz bereits für eine andere Versammlung zugewiesen wurde", erklärte Pressesprecher Kai Schulz.

Nun prüft Kurt Fleckenstein, ob er gegen die Stadt Dresden Klage erhebt und Schadensersatz fordert. „Ich bin so wütend. So rabiat wie die hier aufgekreuzt sind, hatte man das Gefühl in einem totalitären Staat, statt in einem Rechtsstaat zu leben“, meint der 65-Jährige. Er verstehe nicht, warum Großveranstaltungen mit Herbert Grönemeyer stattfinden können, aber eine kleine Kunstaktion untersagt wird. „Das soll mir die Stadt mal schlüssig erklären.“

Nadine Steinmann

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