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Lokales Stadt Dresden bietet nicht für Lenin mit
Dresden Lokales Stadt Dresden bietet nicht für Lenin mit
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08:53 15.06.2017
Rückkehr nach Dresden nur für einen Nachmittag: Lenin und die zwei Genossen 2004 zwischen Verkehrsmuseum und Frauenkirche. Quelle: DNN
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Dresden

Die Landeshauptstadt Dresden wird bei der Versteigerung des Lenindenkmals vom Wiener Platz am 17. Juni in Gundelfingen/Donau nicht mitbieten. Das erklärte jetzt Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) auf Anfrage der DNN. „Es gibt keine Entscheidung, sich an der Versteigerung zu beteiligen. Der Geschäftsbereich für Kultur und Tourismus verfügt im laufenden Haushalt nicht über die nötigen finanziellen Mittel, um einen Ankauf realisieren zu können“, erklärte die Kulturbürgermeisterin anderslautenden Plänen eine eindeutige Absage.

Linke-Fraktionsvorsitzender André Schollbach hatte das Denkmal als Kulturgut von großem historischen Wert bezeichnet und die Verwaltung aufgefordert, kurzfristig eine Teilnahme der Stadt an der Versteigerung zu prüfen. Das zwölf Meter hohe Monument, das den russischen Revolutionsführer Lenin und seine deutschen Kampfgenossen Ernst Thälmann und Rudolf Breitscheid zeigt, soll zu einem Aufrufpreis von 150 000 Euro unter den Hammer kommen.

Selbst wenn ein edler Spender den Erfinder des „Wissenschaftlichen Kommunismus“ ersteigern und Dresden kostenlos zur Verfügung stellen würde, müsste die Verwaltung laut Klepsch vor der Annahme der Schenkung prüfen, ob und in welcher Höhe Folgekosten entstehen und wer diese trägt. Erst wenn diese Fragen geklärt seien, könne über einen Aufstellungsort und die Aufstellungsart nachgedacht werden. „Dies könnte beispielsweise in einem Workshop oder ähnlichen Bürgerbeteiligungsformen erfolgen“, so die Kulturbürgermeisterin. Momentan stelle sich die Frage nach einer Bleibe für Lenin nicht.

Das Monument aus rotem Granit war am Vorabend des 25. Jahrestages der DDR am 6. Oktober 1974 auf dem Wiener Platz eingeweiht worden. Der Volksmund nannte es „Roter Bahnhofsvorsteher“ – sicher nicht nur, weil das Kunstwerk aus rotem karelischen Granit gefertigt wurde. Im November 1991 beschloss der Stadtrat den Abbau des Denkmals. 1992 wurde es nach Gundelfingen überführt, wo ein Steinmetz die Einrichtung eines Skulpturenparks plante. Der Ideengeber starb 1994. Im Auftrag seiner Erben, die diese Pläne nicht weiter verfolgten, werden am 17. Juni zahlreiche Büsten, Denkmäler und Stelen aus der realsozialistischen Zeit versteigert.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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