Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Die Module spielen verrückt: Computerausfall legt gesamte Verwaltung lahm
Dresden Lokales Die Module spielen verrückt: Computerausfall legt gesamte Verwaltung lahm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:36 15.11.2018
Symbolfoto Quelle: dpa
Dresden

„Wir haben eine Havariesituation“, sagt Michael Breidung, Leiter des städtischen Eigenbetriebes IT-Dienstleistungen. Dass er dabei auf einen handgeschriebenen Zettel schaut, verdeutlicht den Ernst der Lage: Es handelt sich um einen schwerwiegenden Ausfall der Computersysteme in der gesamten Stadtverwaltung. E-Mails lassen sich nicht verschicken. Eingaben ins System zum Ausfüllen von Anträgen sind nicht möglich. Eine Verwaltung liegt lahm.

Fast zumindest. Einige Komponenten des Systems arbeiten noch, so dass Ausschüsse des Stadtrats und Stadtbezirksbeiräte tagen können. Das Sozialamt kann Gelder in Notlagen an Bedürftige auszahlen. Die Politessen können Knöllchen verteilen und die Fahrzeugdaten in ihre Geräte eingeben. Ob die Angaben weiterverarbeitet werden können, wenn das System wieder läuft, steht laut Breidung noch nicht fest.

Die Mitarbeiter des Anbieters, mit dem die Stadt zusammenarbeitet, seien sich einig: So ein Fehler ist weltweit noch nicht aufgetreten. Wieder mal eine Premiere in Dresden, und so bitter der Ausfall ist, so beruhigend dann doch die Erkenntnis: Es handelt sich nicht um das Produkt eines externen Angriffs. Nicht finstere Mächte in Schurkenstaaten haben das System sabotiert, sondern das hat es selbst getan, wie der IT-Experte erläutert.

Die Stadt verfügt über vier identische Speichersysteme für ihre Daten. Fällt ein System aus oder es wird gewartet, stehen drei andere zur Verfügung. Die Systeme müssen sich regelmäßig auf den aktuellen Stand bringen, und bei einer dieser Synchronisierungen ist der Fehler laut Breidung passiert: Jedes Speichersystem hat, volkstümlich gesagt, das Gefühl bekommen, es sei das Einzige, das richtig läuft und deshalb die Regie übernehmen muss. Wenn vier Chef sein wollen, gibt es ein Kompetenzgerangel, das dazu führt, dass sich keine Daten speichern lassen.

Seit Mittwochabend rangeln die Systeme und arbeiten die Techniker an der Behebung des Fehlers. Tag und Nacht. In der Nacht zum Donnerstag habe man geglaubt, den Übeltäter gefunden zu haben und einen Neustart eingeleitet, so der Betriebsleiter. Doch die Systeme rangelten weiter. Am Donnerstagnachmittag gab es wieder Hoffnung und einen Probelauf auf einem Testsystem. Einen Erfolg vorausgesetzt, werden die Systeme in der Nacht wieder gestartet.

Sechs bis acht Stunden dauert es, bis alles wieder funktioniert. „Wir hoffen, dass wir es am Freitag im Griff haben. Aber garantieren kann ich es nicht“, sagt Breidung. Und auch wenn das System läuft, ist es noch nicht sicher, in welchem Zustand sich die Daten befinden. Eigentlich müssten sie unverändert sein, weil niemand Zugriff nehmen konnte. Aber Technik kann tückisch sein.

Die Kraftfahrzeugzulassungsbehörde und die Führerscheinbehörde bleiben am Freitag geschlossen, teilte die Stadtverwaltung mit. Auch sämtliche Städtische Bibliotheken waren am Donnerstag von der Havarie betroffen. Eine reibungslose Ausleihe und Rückgabe war nicht möglich. Besucher, die ihre Bücher zurückgeben wollen, bekommen die Möglichkeit, die Ausleihfrist kostenfrei zu verlängern. Das teilte Bibliothekssprecherin Elke Ziegler mit.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auf der vor einem Jahr frisch asphaltierten Fläche neben der „Trümmerfrau“ können weder Dresdner Bürger noch Touristen ihre Autos abstellen. Ein Bauzaun zieht sich quer über den vermeintlichen Parkplatz. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Holger Zastrow ärgert sich darüber.

15.11.2018

Der Dresdner Hauptbahnhof wird am kommenden Freitag 120 Jahre alt. Das Jubiläum soll gebührend gefeiert werden: Eine Lasershow und eine dreimonatige Ausstellung blicken auf die wechselvolle Geschichte des historischen Gebäudes zurück – denn seit der Inbetriebnahme im Jahr 1898 ist viel passiert.

15.11.2018

Bei der Instandsetzung der Carolabrücke plant die Stadt viel zu schmale Radwege. Das findet der Stadtbezirksbeirat Neustadt und fordert deshalb eine Verbreiterung. Weil eine Aufweitung der Brücke baulich nicht möglich ist, wird über die Wegnahme einer Autospur auf der Brücke nachgedacht. Der Ausgang ist offen.

15.11.2018