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Lokales Spritzkanülen in Geschäften in Löbtau versteckt: Rentner erhält Bewährungsstrafe
Dresden Lokales Spritzkanülen in Geschäften in Löbtau versteckt: Rentner erhält Bewährungsstrafe
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16:53 03.05.2017
Der Angeklagte versteckte diese Kappen mit Kanülen in Geschäften.  Quelle: ml
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Dresden

 Dieter N. hat Ende vergangenen Jahres für einige Aufregung, ja sogar Angst in Löbtau gesorgt. 75 Jahre lang war er straffrei und unbescholten durchs Leben marschiert und plötzlich beschäftigte er eine ganze Ermittlergruppe. Am Dienstag musste er sich vor dem Amtsrichter verantworten.

Im November 2016 wurden in Regalen verschiedener Geschäfte der Löbtau Passage Verschlusskappen mit neun Millimeter langen Spritzkanülen gefunden. Die Sicherungsfolie war abgezogen, und die Teile so platziert,, dass man sich verletzen konnte. Bei Erwachsene war die Gefahr nicht so groß, die Kappen sind klein und man hätte direkt mit der Fingerkuppe auf die Nadel drücken müssen. Schmale Kinderfinger hätten allerdings in die Öffnung gepasst und die Nadel wäre in die Haut eingedrungen. Dazu kam noch die Ungewissheit, ob die Spitzen mit gefährlichen Erregern verseucht waren. Das konnte erst später, nach langwierigen Untersuchungen ausgeschlossen werden. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.

Die Polizei observierte die Geschäfte, die Mitarbeiter kontrollierten verstärkt, Regale, die Presse wurde eingeschaltet. Trotzdem wurden fast täglich solche Kanülen gefunden – meist in Regalen, aber auch in Kleidungsstücken, wie den Taschen einer Jeans. „Es gab immer neue Funde, es war ein Suchen nach der Nadel im Heuhaufen,“ sagte eine Polizeibeamtin. Bei ihren Ermittlungen stellte die Polizei fest, das schon seit Monaten auch in anderen Geschäften und auf angrenzenden Straße solche Kanülen gefunden worden waren. Es wurde aber keine Anzeige erstattet.

 Durch Videoüberwachungen kam man Dieter N. auf die Spur. Er wurde observiert und festgenommen, nachdem die Polizei beobachtet hatte, wie er eine solchen Kappe auf einen Gehweg warf. Weihnachten und Neujahr verbrachte der 75-Jährige in U-Haft. Zunächst leugnete er, räumte die Taten dann aber ein – nur erklären kann er sie nicht. „Ich habe viel darüber nachgedacht, ich weiß nicht, warum ich das getan habe.“ Auch der Gutachter konnte zu einer möglichen Motivation nichts sagen. Dieter N. hat keine Ausfallerscheinungen, kein Alkohol- oder psychisches Problem. Die Kanülen gehörten seiner zuckerkranken Frau. Statt die Kanülen zu entsorgen, steckte er sie ein und verteilte sie dann. Dieter N. wurde wegen versuchter Körperverletzung in zwölf Fällen zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Von Monika Löffler

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