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Lokales Sprengsatz vor Dresdner Moschee hätte tödlich sein können
Dresden Lokales Sprengsatz vor Dresdner Moschee hätte tödlich sein können
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09:57 01.08.2018
An der Tür der Moschee sind die Folgen der Explosion zu sehen. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Der Anschlag auf die Fatih Camii Moschee in Cotta im Herbst 2016 hätte nach Experteneinschätzung unter bestimmten Umständen tödliche Folgen haben können. Wie der Kölner Rechtsmediziner Markus Rothschild am Dienstag am Landgericht sagte, sind zwar beim konkreten Ablauf des Geschehens weder die erzeugte Druckwelle noch die herumfliegenden Splitter lebensbedrohlich gewesen.

Allerdings hätte die Rohrbombe einen Menschen töten können, wenn sie unmittelbar neben ihm explodiert wäre. Auch die entstandene Stichflamme hätte tödlich sein können, wenn ihr ein Mensch direkt ausgesetzt gewesen wäre. Da sich der Iman und seine Familie aber im Haus befanden, wurde niemand verletzt.

Der 31-jährige Nino K. steht seit Januar wegen versuchten Mordes und Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion vor Gericht. Er soll die Sprengstoffanschläge auf die Moschee und das Kongresszentrum am 26. September 2016 verübt haben.

Ein Gutachter des Landeskriminalamtes erklärte, dass der verwendete Sprengsatz – eine Zusammenstellung aus Rohrbomben und diversen Brandbeschleunigern wie Benzin, Grillanzünder und Flüssiggas – unkalkulierbar und nicht steuerbar war. Diese Kombination sei ihm in seinem langen Berufsleben noch nicht untergekommen. Der Sprengsatz sei „einmalig“.

Fotos vom Tattag: Sprengstoffanschläge gegen Dresdner Moschee und Kongresszentrum

Unbekannte haben am Montagabend in Dresden zwei Sprengstoffanschläge verübt. Wie die Polizei am Morgen mitteilte, detonierte kurz vor 22 Uhr ein Sprengsatz an der Moschee an der Hühndorfer Straße in Cotta. Kurze Zeit später explodierte eine weitere Bombe am Kongresszentrum

Ein Gutachter des Bundeskriminalamtes sagte, man sei bei einem Test von der Wirkung der Rohrbombe überrascht gewesen. In dem Sprengsatz, der in einem Eimer mit Deckel steckte, befand sich auch Rohrreiniger. So etwas habe er im Zusammenhang mit einer Explosion noch nie gesehen, so Rothschild.

Von ml

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