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Lokales Splitternackt auf Bahnsteig 3 am Bahnhof Klotzsche
Dresden Lokales Splitternackt auf Bahnsteig 3 am Bahnhof Klotzsche
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10:51 30.05.2018
Wegen exhibitionistischer Handlungen stand der 66-Jährige vor dem Amtsrichter, bereits zum zweiten Mal. Quelle: dpa
Dresden

„Es war nicht meine Absicht, mich anderen Leuten entblößt zu zeigen“ beteuerte Dietmar K. am Dienstag immer wieder. Da stellt sich allerdings die Frage, warum er sich im Adamskostüm den Reisenden auf einem Bahnsteig in Dresden-Klotzsche präsentierte.

Wegen exhibitionistischer Handlungen stand der 66-Jährige vor dem Amtsrichter, bereits zum zweiten Mal. Ein erster Prozess war im November vergangenen Jahres geplatzt, weil der Angeklagte sehr viel Unsinn erzählt hatte und die Hauptzeugin längerer Zeit im Ausland weilte und nicht befragt werden konnte.

„Ich war total schockiert“

Nun erzählte die Studentin von jenem Abend. „Ich wartete auf Bahnsteig 3 auf den Zug, als es plötzlich raschelte und er völlig nackt wenige Meter vor mir stand und mich ansah. „Ich war total schockiert, es war für mich eine sehr unangenehme und beängstigende Situation. Ich war froh, dass da, wenn auch ein Stück weg, noch zwei Personen waren“, erinnerte sich die 28-Jährige.

Dietmar K. kann sich nur an die Studentin erinnern, die anderen Leute auf dem Bahnsteig seien ihm nicht aufgefallen, erklärte er. Peinlich oder unangenehm war ihm die Situation eher nicht, denn er blieb mindestens zehn Minuten stehen wie Gott ihn schuf. Ein Schelm wer schlimmes dabei denkt, denn – so der 66-Jährige – es war alles ganz anders.

Er sei früher FKK-Anhänger gewesen und habe „an jenem lauen Abend noch einmal die Freizügigkeit der Freikörperkultur für sich erleben und nackt in der Natur sein wollen – aber erst am Abend, um andere Leute nicht zu belästigen“, betonte Dietmar K. Er parkte sein Auto in der Nähe und marschierte dann splitterfasernackt im Wald herum. „Da ich nicht wusste, wie spät es ist, wollte ich dann auf der Bahnsteigsuhr nach der Zeit schauen.“ Er habe erst niemanden gesehen, dann aber die Frau bemerkt und schnell weglaufen wollen.

Wer beobachtete wen?

Dummerweise, so der 66-Jährige, habe er sich dabei den Fuß verstaucht und sei hingefallen. „Ich konnte vor Schmerzen nicht laufen, musste stehen bleiben und mich festhalten.“ Erst später sei es ihm unter Schmerzen möglich gewesen, wegzugehen- er lief direkt der Bundespolizei in die Arme.

Da stellen sich einige Fragen: Warum ist er nach seinem „Nacktspaziergang“ quasi an seinem Auto vorbei zum Bahnhof gelaufen, um auf die Uhr zu sehen. Das hätte er doch auch in seinem Wagen tun können? Warum ist er überhaupt auf den Bahnsteig gegangen. Die Uhren hängen in einigen Metern Höhe und sind schon von weitem zu sehen. Und seine lange „Präsentationsdauer“ wegen des schmerzenden Fußes und des Sturzes? Die Zeugen haben das nicht bemerkt und der Angeklagte ist nicht zum Arzt gegangen?

Und ist der 66-Jährige wirklich überzeugt, das die Frau ihn interessiert beobachtete und nicht er sie? „Als sie mich sah, kam sie auf mich zu, beobachtete mich und stellte sich so, dass sie mich sehen konnte.“ Sicher hat sie ihn in einer solchen Situation im Blick gehabt – aber glaubt er wirklich, dass eine junge Studentin von einem „nackten älteren Herrn mit Bauchansatz“ – so bezeichnet ihn ein Zeuge so hin und weg ist, dass sie den Blick nicht von ihm wenden kann. Da war wohl der Wunsch der Vater des Gedanken.

„Sie sind bewusst dahin gegangenen um sich dort nackt zu präsentieren“ brachte es der Richter auf den Punkt und verurteilte Dietmar K. zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 40 Euro.

Von Monika Löffler

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