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Spielzeug für alle

Dresdner Eltern helfen sich selbst Spielzeug für alle

Dresdner Eltern installieren seit drei Jahren Kisten auf Dresdner Spielplätzen mit denen gebrauchtes Spielzeug getauscht werden kann. Jetzt suchen Sie Mitstreiter, die sich an dem Projekt beteiligen.

Kristina Hoffmann und Andreas Engel mit ihren Kindern an der Sandspielzeugkiste am Conertplatz
 

Quelle: Hauke Heuer

Dresden. Zwischen den Spielgeräten am Conertplatz in Löbtau herrscht ein buntes Treiben. Kinder klettern, rutschen – einige Eltern tun es ihnen gleich. Dann geht ein kleines Mädchen zu einer grauen Kiste am Rand des Sandkastens, schaut überlegt hinein, fischt einen großen Plastikbagger aus der Holzbox und macht sich wieder an ihr sorgenloses Spiel. Der Bagger gehört nicht ihr und dennoch schreit kein Kind nach Mutti weil es sich betrogen fühlt –, denn das Spielzeug aus der Kiste ist für alle da.

„Das ist die letzte von neun Sandspielzeugkisten, die wir in den vergangenen drei Jahren in Dresden aufgebaut haben. Jeder kann hier gebrauchtes Spielzeug anderen zur Verfügung stellen. So wird nichts unnötig weggeschmissen und alle profitieren“, erklärt Andreas Engel, einer von mehreren Eltern, die sich in Dresden für das Aufstellen der Spielkisten einsetzen.

Die Idee zu dem Konzept hatte Kristina Hoffmann. „Während eines Urlaubes in Finnland habe ich gesehen, dass dort auf fast allen Spielplätzen so verfahren wird. Ich fand diesen Ansatz unglaublich sinnvoll. Es ist oft schwer bei jedem Spielplatzbesuch einen Sack voll Spielzeug mitzunehmen“, sagt die dreifache Mutter.

Doch bis die ersten Kisten auf Dresdens Spielplätzen standen, galt es einige Hürden zu überwinden. Erste Versuche mit Plastikboxen scheiterten, da diese schnell dem Vandalismus zum Opfer fielen. Etwas Robusteres musste her. Hendrik Trobsch, selbst Vater von drei Kindern und Geschäftsführer der Holzmanufaktur Dresden, baute daraufhin große, schwere Boxen aus massivem Holz. Gummistopper sorgen dafür, dass sich Kinder unter dem schweren Deckel keine Finger einklemmen können.

 Das größte Problem: Die Kontrolle und Instandhaltung der Boxen. „Die Stadt erteilt uns zwar Genehmigungen für diese Sondernutzung auf den Spielplätzen. Um den Unterhalt der Kisten müssen wir uns allerdings selber kümmern“, erklärt Engel. Darüber hinaus sind die Kisten nicht ganz günstig. „Das Material für die Holzboxen kostet rund 500 Euro. Für das Zusammenbauen nehmen wir kein Geld“, erklärt Trobsch, der viele der bisher aufgestellten Kisten komplett gespendet hat.

Gerne wollen die Eltern, die sich in einem losen Verbund zusammengefunden haben, mehr Spielzeugkisten in Dresden aufbauen. Das geht allerdings nur, wenn sich mehr Eltern für die Idee gewinnen lassen. „Jeder, der auf seinem Spielplatz eine Kiste aufstellen will, kann sich bei der Holzmanufaktur melden, muss aber auch die Kosten für die Herstellung tragen und sich um die Box kümmern“, erklärt Engel. Vereinzelt haben sich bereits Wohnungsgesellschaften wie zum Beispiel am Conertplatz die Vonovia überreden lassen, für die Herstellung der Boxen aufzukommen.

Betreiber von Kinderheimen oder ähnlichen Einrichtungen haben in den kommenden Wochen die Chance, kostenlos an eine der Boxen zu gelangen. Die Holzmanufaktur hat noch eine Sandspielzeugkiste auf Lager für die es noch keinen Standort gibt. Die Box soll bedürftigen Kindern zu Gute kommen.

http://www.holzmanufaktur-dresden.de

Von hh

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