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Lokales Spieler spüren Kernschmelze-Reparatur kaum
Dresden Lokales Spieler spüren Kernschmelze-Reparatur kaum
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13:00 11.01.2018
Blick auf einen Pentium-Chip von Intel. Die Sicherheitslücke „Meltdown“ ist in nahezu allen Prozessoren vergraben, die der US-Halbleiterkonzern seit 1995 hergestellt hat. Quelle: Intel
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Dresden

Als ernst, aber nicht unlösbar haben Spezialisten der Dresdner Sicherheits-Softwareschmiede „Cyberus Technology“ die jüngsten festverdrahteten Sicherheitsprobleme „Meltdown“ und „Spectre“ in den Prozessoren von Intel und anderen Chipherstellern eingestuft. Und ihr Wort dürfte Gewicht haben: Sie gehörten zu den Entdeckern dieser Lücken. „Meltdown und Spectre sind sicher die schwersten Sicherheitslücken der letzten Jahre“, sagt Cyberus-Technikchef Werner Haas. „Aber sie sind bestimmt nicht das Ende des Computereinsatzes zum Beispiel im Finanzwesen, wie manche prophezeien, oder gar der Weltuntergang.“

Denn obgleich die Probleme hinter Meltdown und Spectre tief auf der Hardware-Ebene moderner Prozessoren „fest verdrahtet“ sind, ist pragmatische Abhilfe auch ohne den – eher illusorischen – Austausch sämtlicher Prozessoren auf Erden möglich: Indem gängige Betriebssysteme und Anwendungsprogramme wie Linux, Windows, Firefox oder Chrome leicht modifiziert werden. Diese Software-Änderungen nennen sich „Patches“. Ein Teil dieser lückenschließenden „Pflaster“ ist entweder bereits verteilt oder in Vorbereitung.

Diese Aktualisierungen bremsen zwar gleichzeitig die Computer aus. Aber: „Die allermeisten privaten Computernutzer werden kaum Tempoverluste merken“, ist Haas überzeugt. Ersten Messungen zufolge arbeiten beispielsweise Computerspiele, Bildbearbeitung oder Office-Programme wie Word und Excel nur etwa fünf Prozent langsamer als vorher, sagt Werner Haas. Anders sehe es bei Computer-Nutzern aus, die mit großen Datenbanken arbeiten, die oft auf Netzwerke und Dateien zugreifen. Das sind beispielsweise Banken, Forschungseinrichtungen oder große Online-Händler. Dort sind durch die Software-Lösungen Tempo-Einbußen bis zu 30 Prozent absehbar.

Bis auch die letzten Software-Pflaster gegen Kernschmelze und Schreckgespenst ausgeliefert sind, gilt ein alter Expertentipp: Immer einen aktuellen Firewall und Virenwächter auf dem Computer laufen lassen, keine verdächtigen E-Mail-Anhänge öffnen und sich dreimal überlegen, ob man jetzt wirklich Pornoseiten oder illegale Videoportale im Internet besuchen muss – die sind nämlich oft mit Schadprogrammen verseucht. „Durch Meltdown kann man nämlich ,nur’ Daten lesen, die man eigentlich nicht lesen dürfte, also zum Beispiel Passworte ausspähen“, erklärt Haas. „Manipulieren kann man den angegriffenen Rechner allein dadurch nicht.“ Und vor allem sei die Sicherheitslücke nur nutzbar, wenn der Angreifer den Computer bereits teilweise kapern konnte, sich die Berechtigung erschlichen habe, um dort Programme wie etwa Java-Script auszuführen. „Wer sich beim Öffnen von E-Mail-Anhängen vernünftig und keine dubiosen Seiten im Internet aufruft, hat schon einigen Schutz auf seiner Seite.“

Von Heiko Weckbrodt

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