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Spezielle Waschungen sollen Infektionen am Städtischen Klinikum Dresden verringern

Unter der Dusche gegen Keime Spezielle Waschungen sollen Infektionen am Städtischen Klinikum Dresden verringern

„Eine Infektion nach einer Operation im Krankenhaus ist das Schlimmste, was passieren kann“, sagt Prof. Dr. Torsten Kluba, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie des Städtischen Klinikums Dresden. Um das Risiko zu minimieren, setzen er und sein Team deshalb seit Beginn des neuen Jahres auf eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme.

Das antimikrobielle Reinigungsmittel bewirkt, dass sich zum Zeitpunkt der OP auf der Haut nur noch wenige bis gar keine Keime mehr befinden.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. „Eine Infektion nach einer Operation im Krankenhaus ist das Schlimmste, was passieren kann“, sagt Prof. Dr. Torsten Kluba, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie des Städtischen Klinikums Dresden am Standort Friedrichstadt. Um das Risiko zu minimieren, setzen er und sein Team deshalb seit Beginn des neuen Jahres auf eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme, die auch die Eigeninitiative des Patienten mit einschließt.

Knapp 1000 künstliche Gelenke werden jährlich im Friedrichstädter Endoprothetikzentrum implantiert. Bei etwa einem Prozent der Patienten kommt es zu einer Infektion. „Das ist ein Desaster, langwierig und schwierig zu therapieren, auch deshalb, weil diese Komplikationen vor allem bei älteren Personen auftreten, die eine Operation nicht so gut wegstecken wie jüngere“, erklärt Prof. Kluba. Das Problem: Hauptsächlich kommen die Infektionen von den Patienten selbst. Etwa zehn Millionen Keime befinden sich auf einem Quadratzentimeter Haut. „Die machen uns Probleme“, sagt der Chefarzt. Deshalb kommen am Städtischen Klinikum vor einer Operation zusätzlich zu der üblichen Antibiotika-Gabe jetzt auch spezielle Waschungen zum Einsatz.

Bereits fünf Tage vor dem Eingriff kann der Betroffene damit selbst aktiv werden – mithilfe eines antimikrobiellen Waschgels, mit dem er sich täglich unter der heimischen Dusche von Kopf bis Fuß waschen soll. Die Prozedur wiederholt sich in der Klinik am Abend vor der Operation und am Morgen des OP-Tages. Damit soll sicher gestellt werden, dass sich auf der Haut des Patienten zum Zeitpunkt des Eingriffes nur noch wenige bis gar keine Keime mehr befinden. Das Risiko einer Infektion sinkt ebenso wie die Hospitalkosten, die für eine Folgebehandlung fällig geworden wären. Das haben internationale Studien gezeigt.

„Für den Patienten entstehen durch die Waschungen keine Nebenwirkungen. Die natürliche Hautflora regeneriert sich im Anschluss und wir können die Antibiotika-Dosierungen verringern“, sagt Prof. Kluba. Auch wenn diese Neuerung mehr Zeit kostet, weil die Betroffenen genau informiert werden müssen, der Chefarzt ist von der Vorgehensweise überzeugt: „Wenn wir auch nur eine Infektion verhindern können, haben wir unser Ziel erreicht.“ Jeder Patient könne damit in der Vorbereitung des Eingriffs etwas beitragen, sein eigenes Risiko zu senken. „Das ist natürlich keine Hightech-Chirurgie und klingt zunächst vielleicht ein wenig banal, aber die Waschungen haben ihre Berechtigung und zeigen einen eindrücklichen Effekt“, so Prof. Kluba.

Von Christin Grödel

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