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Lokales Spendensumme von 185.000 Euro: Die 12. Hope-Gala in Dresden
Dresden Lokales Spendensumme von 185.000 Euro: Die 12. Hope-Gala in Dresden
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16:34 29.10.2017
Anja Ringgren Lovén mit dem Hope Award.   Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

 Am Samstagabend umsäumten jede Menge interessierte Menschen den Platz rund um den Kulturpalast. Grund war die 12. Hope-Gala und die Anreise der prominenten Gäste. Ein grüner Teppich wurde ausgerollt und die Trommler der „Blechlawine“ begrüßten die Besucher mit beinahe bedrohlich wirkenden Rhythmen. 19 Uhr sollte es losgehen, doch von ausverkauftem Haus, wie es Donnerstag verkündet wurde, war da noch keine Spur. Leere Sitzreihen füllten sich nur mühsam, Moderatorin Andrea Ballschuh gab dem Dresdner Stadtverkehr die Schuld und mit etwa zehnminütiger Verspätung ging es dann auch los.

Die 12. Hope-Gala in Dresden

Die Dresdner Philharmonie eröffnete die Gala unter der Leitung von Dirigent Felix Bender. Der erste Teil war traditionell mit klassischen Stücken gefüllt, darunter „The Celtic Tenors“, Mezzosopranistin Su Yeon Hilbert und René Pape. Dann schloss sich auch schon der erste Höhepunkt des Abends an, bei dem die ausgelassene Fröhlichkeit der ersten Stunde aus den Reihen verschwand. Grund war die Verleihung des Hope-Awards an Anja Ringgren Lovén für ihr Engagement für sogenannte „Hexenkinder“. Dies ist durchaus ein Grund zur Freude, doch die Bilder und Erklärungen von Laudatorin Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, erzeugten Fassungslosigkeit beim Publikum. Ein Bild vom Januar 2016 ging um die Welt und es zeigt, wie Anja Ringgren Lovén einem abgemagerten Kind eine Wasserflasche hinhält, einem sogenannten Hexenkind. Aberglaube veranlasst Menschen in Nigeria zu glauben, dass manche Kinder verflucht seien. Die Folgen für diese Kinder sind verheerend. Entweder werden sie bei lebendigem Leibe verbrannt, geköpft oder sich selbst überlassen und ausgesetzt. Letzteres geschah mit dem Kind, welches Anja traf. Sie nannte ihn „Hope“ und dank ihri st er inzwischen ein gesunder Junge. Rund 10.000 Kinder trifft ein solches Schicksal in Nigeria jährlich, wie Anja Ringgren Lovén in ihrer Dankesrede erzählt. Stehende Ovationen gibt es zu Recht für die Dänin. Den Award aus Meißner Porzellan nimmt sie mit nach Hause, Geld gesammelt wird an diesem Abend allerdings nur für ein Projekt: Hope Cape Town.

Und damit geht es nach diesem emotionalen Moment der Verleihung auch direkt weiter, denn die Losverkäufe standen auf dem Plan. Moderatorin Andrea Ballschuh riet den Gästen einfach von jeder Farbe ein Los zu kaufen, dann hätte man garantiert einen Gewinn. Macht bei sechs Farben und zehn Euro pro Los immerhin 60 Euro. Für den guten Zweck. Nach der Pause ging es über zum rockigen Teil des Abends und Conchita, ehemals Wurst, erfreute die Gäste mit drei Liedern und ihrer freundlichen Art. Zwischendurch erzählte sie, dass sie heute etwas Freizeit hatte und auf einen Geburtstag geriet, auf den sie gar nicht eingeladen gewesen sei. Eine der wenigen Spitzen in Richtung des ebenfalls politischen Samstags in Dresden. Conchita brachte 4000 Euro mit, die sie an Hope Cape Town spendete.

Schließlich schaffte es nach drei Jahren auch endlich Gregor Meyle auf die Bühne der Hope Gala. Moderatorin Andrea Ballschuh erzählte im Vorhinein, dass der Liedermacher schon so lange zur Gala kommen wollte, doch es wollte aufgrund seines Erfolges terminlich einfach nicht klappen. Auch der Künstler selbst wurde nicht müde, zwischen seinen Songs zu erzählen, wie erfolgreich er inzwischen ist. Dann kam der zweite Höhepunkt des Abends:die Ziehung des Hauptgewinners der Tombola, für die in der Pause fleißig Lose gekauft worden sind. Gewonnen hat eine Frau namens Sandra, die im Rettungsdienst tätig ist. Sie darf sich auf eine 13-tägige Luxusreise nach Südafrika freuen, bei der sie auch die Initiative Hope Cape Town besuchen wird. Dass an diesem Abend Geld gesammelt wird, für die Menschen in Kapstadt, die täglich großes Leid erfahren, und der Gewinn eine Luxusreise in diese Region ist, hat dann einen etwas bitteren Beigeschmack. Am Ende der Veranstaltung dürfen sich die Organisatoren rund um Viola Kein über eine Spendensumme von 128.200 Euro freuen. Mitmoderator Joja Wendt bot anschließend an, für denjenigen ein Privatkonzert zu spielen, der die Summe mit weiteren 21.200 Euro rund macht. Eine junge Dame aus dem Publikum fackelte nicht lang und ging den Deal ein. Auf der Aftershowparty kamen noch einmal 35.000 Euro dazu - macht insgesamt 185.000 Euro.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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