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Sozialwohnungen: Hohe Standards treiben Kosten in die Höhe

Diskussion in Dresden Sozialwohnungen: Hohe Standards treiben Kosten in die Höhe

Die städtische Tochtergesellschaft Stesad GmbH hat die Planung für 94 kommunale Wohnungen abgeschlossen. Das teilte Stesad-Geschäftsführer Axel Walther jetzt auf Anfrage mit. Für ein Wohngebäude mit 24 Wohneinheiten in der Ulmenstraße liege bereits die Baugenehmigung vor.

So soll das Wohngebäude in der Ulmenstraße aussehen.

Quelle: Stesad

Dresden. Die städtische Tochtergesellschaft Stesad GmbH hat die Planung für 94 kommunale Wohnungen abgeschlossen. Das teilte Stesad-Geschäftsführer Axel Walther jetzt auf Anfrage mit. Für ein Wohngebäude mit 24 Wohneinheiten in der Ulmenstraße (Leuben) liege bereits die Baugenehmigung vor. Für vier Gebäude am Nickerner Weg habe die Stesad den Bauantrag eingereicht.

Weil sich die Gründung der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (Woba) noch hinzieht, hat der Stadtrat die Stesad bereits am 12. Mai 2016 mit der Planung für den Neubau von 800 Wohnungen beauftragt. Die Woba soll, wenn sie eines Tages gegründet ist, die Planungen übernehmen und mit dem Wohnungsbau beginnen. Die Stesad selbst darf aus förderrechtlichen Gründen keine Wohnungen bauen.

Mit Spannung schaut Walther auf die heutige Expertenanhörung zu den Mindeststandards für den sozialen Wohnungsbau auf einer Sondersitzung von zwei Ausschüssen des Stadtrats. Dabei soll erörtert werden, wie Sozialwohnungen ausgestattet sein müssen, damit sie mit Landesmitteln gefördert werden können. Die Stesad hat das Problem, Planungen mit vielen Unbekannten ausführen zu müssen. Wie groß müssen die einzelnen Zimmer sein? Wieviele Bäder werden für große Wohnungen gefördert? Sind Aufzüge für die Wohngebäude zwingend vorgeschrieben? Muss jede Wohnung einen Balkon haben?

Je nachdem, wie der Stadtrat die Mindeststandards definiert, werden bei der Stesad die Planungen weiter vorangetrieben. Die Antwort auf viele Fragen habe aber auch einen wesentlichen Einfluss auf die Baukosten, erklärte Walther. „Je höher die Standards, umso höher die Kosten“, laute die simple Rechnung. Die Baukosten sollten beim sozialen Wohnungsbau um die 2000 Euro pro Quadratmeter liegen. Walther befürchtet, dass dieser Wert nicht zu halten ist, wenn sehr hohe Mindeststandards für Sozialwohnungen festegelegt werden sollten.

Die Stesad habe den Auftrag erhalten, einen Anteil von 50 Prozent Einraum-Wohnungen zu planen. Die Frage, ob jede Wohnung einen Balkon erhalten muss, wirke sich nicht nur auf die Kosten, sondern auch auf die Fassaden aus, gibt der Stesad-Geschäftsführer zu bedenken. „Wenn jede kleine Wohnung einen Balkon erhalten muss, wird es nicht einfach, die Fassade an das Umfeld anzupassen.“

Die Wohngebäude in Nickern sollen über drei Etagen verfügen und Platz für größere Wohnungen bieten. „Wir haben uns am Umfeld orientiert und wollen an diesem Eigenheimstandort familiengerechte Wohnungen bauen.“ In der Ulmenstraße werden dagegen auch kleinere Wohnungen entstehen, so Walther.

Der Stesad-Geschäftsführer rechnet nicht damit, dass im nächsten Jahr kommunale Sozialwohnungen fertiggestellt werden können. „Realistischer ist ein Termin im Jahr 2019“, schätzt Walther angesichts der Zeitabläufe ein.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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