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Sonderausstellungen als Zwischenlösung für Dresdner Münzkabinett

Nach Schließung Sonderausstellungen als Zwischenlösung für Dresdner Münzkabinett

Es war ein Schock, als Mitte März das Münzkabinett geschlossen werden musste – knapp zwei Jahre nach der Neueröffnung. Seitdem hält das Rätselraten über die möglichen Ursachen für die an hochwertigen Münzen festgestellten Beläge an.

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Der Direktor des Münzkabinettes bei der Sichtung seiner umfangreichen Schätze im Depot.
 

Quelle: Peter Weckbrodt

Dresden. Es war ein Schock, als Mitte März das Münzkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) geschlossen werden musste – knapp zwei Jahre nach der Neueröffnung. Seitdem hält das Rätselraten über die möglichen Ursachen für die an hochwertigen Münzen festgestellten Beläge an. Nun sollen ausgewählte Schätze des Münzkabinettes temporär in anderen Ausstellungen gezeigt werden.

Den Anfang macht die Sonderausstellung „Auf der hohen Kante – 20 Pfund Silbermünzen aus der Sächsischen Schweiz“. Sie ist vom 5. Mai bis 13. Juni 2017 im Lichthof des Sächsischen Finanzministeriums zu sehen. Um die exakte Bestimmung dieses Münzfundes hat sich Oberkonservator Wilhelm Hollstein verdient gemacht.

„Diese Ausstellung wird von uns in enger Kooperation mit dem Landesamt für Archäologie vorbereitet. Wir zeigen Münzen, die im Mai vergangenen Jahres im Bereich der Hinteren Sächsischen Schweiz durch zwei bayrische Bergsteiger rein zufällig entdeckt, durch das Landesamt geborgen und von uns hinsichtlich ihres wissenschaftlichen Wertes exakt bestimmt worden sind“, informierte dazu Rainer Grund, der Direktor des Münzkabinetts. „Wir präsentieren die Münzen in Vitrinen und geben auf Schautafeln die nötigen Informationen.“

Weitere Ausstellungen bereitet Rainer Grund bereits vor. Wann das Münzkabinett wiedereröffnet wird, ist offen. „Wir arbeiten selbstverständlich mit Hochdruck an der Ursachenforschung und an der Schadensbeseitigung. Wir streben die Wiedereröffnung noch in diesem Jahr an, das muss dann nicht unbedingt auf die sofortige komplette Präsentation aller Gepräge hinauslaufen. Es kann auch eine Teileröffnung sein, das bleibt aber zunächst offen.“

Bei der Mitte März notwendig gewordenen sofortigen Schließung des Münzkabinetts wurden alle 1400 Silbermünzen aus den Vitrinen genommen. Auf 100 der ausgestellten Münzen war ein weißlicher Belag festgestellt worden. Jens Dornheim, Restaurator im Münzkabinett äußerte sich inzwischen in der Fachzeitschrift „Restauro“ zum Sachverhalt: Er habe die meisten Münzen mit der weißlichen Silberchloridauflage mit Wasser reinigen können. „Wir haben keine Oberflächenveränderungen auf den Unterseiten beobachtet, aber besonders stark sind sie auf raueren Oberflächen“, sagt Dornheim. Er nehme an, dass ein „Luftproblem“ zu den Belägen geführt habe. Auch eine Lichteinwirkung könne entscheidend sein, obwohl alle Vitrinen UV-frei beleuchtet würden. Auf eine einzige Ursache wolle er sich noch nicht festlegen. Weitere Forschungen liefen zusammen mit der Technischen Universität Dresden und der Hochschule für Bildende Künste Dresden.

Seit der Schließung des Münzkabinettes wird heftig diskutiert, wieso es so kurz nach der kompletten Neugestaltung des Museums zu einem solchen Schaden kommen konnte. Auf DNN-Anfrage bestätigte das Sächsische Immobilien- und Baumanagement (SIB), dass die pünktliche Eröffnung am 7. Juni 2015 einvernehmlich zwischen SKD und dem SIB erfolgt sei. Auch habe es keine grundlegenden Abweichungen von Projektunterlagen gegeben. Zum Beispiel seien die Vitrinen vertragsgemäß erbracht, geprüft und zur Bestückung freigegeben worden.

Zu den Ursachen und den Verursachern der Schäden sowie zu den Kosten der Wiederherstellung der vollen Funktionstüchtigkeit des Münzkabinetts gibt es derzeit noch keine Aussage. Die Ermittlungen laufen unter der Federführung der SKD.

Peter Weckbrodt

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